Sunday, June 07, 2015

Sonntagsgedicht: Jetzt



Jetzt

Jetzt stehst du da,
so nah
und ich weiss nicht was ich sagen soll
der Kopf war so voll
jetzt ist er leer
Worte finden so schwer
wo soll ich anfangen
wie kann ich dich innerlich erreichen unbefangen
wie soll ich es ausdrücken dass es nicht bedrängt
beengt
nicht verletzt
nicht fängt wie ein Netz
wie soll ich all das nur sagen
wie kann ich es wagen
wenn Worte versagen
das auszudrücken
das kann überbrücken
die noch bestehende Schlucht
die manchmal noch bewirkt die innerliche Flucht
was braucht es um zusammen weiterzugehen
im tiefen Verstehen,
was muss ich wagen
trotz Hindernissen mich nicht zu beklagen,
was braucht es um es wirklich zu leben
was bringt das ganze wirklich zum freien schweben
wie kann ich es dir zeigen
was ist,
ein freudvolles im Moment verbleiben
das nicht misst 
mit der Norm
es auch nicht hat gelebter Zorn
selbst nicht mehr ist ein Dorn
der schmerzhaft sticht
und einem innerlich zerbricht.

Jetzt stehst du da
so nah
und ich zögere zu lang
es wird mir ganz bang
wo ist der Mut geblieben
der entsteht aus dem lieben
der ist normal so stark
der macht so autark
jetzt fühlt ich mich so gar nicht sicher
man merkt jetzt wird es abendteuerlicher
und bevor man sich darüber ist klar
den Mut gefasst hat zu einem Jetzt- JA!
ist es ein war,
denn der Moment ist vorbei
der für kurze Zeit entstandene geteilte Raum ist entzwei.

Und doch lässt mich dann tief innen was wissen,
'hey es ist nicht ein verpasst oder schon wieder missen',
es werden neue Momente kommen,
die werden wie die Gipfel erklommen
und vielleicht ist dann irgendwann jeder so bereit
das der Raum wird noch etwas mehr weit
und Worte finden den Weg
der belebt,
das daraus noch mehr entsteht
und man geht,
offener damit um
denn man weiss
auch wenn es sich anfühlt als man wird spontan zu Eis
unfähig zu handeln
es wird sich langsam wandeln,
in der Zeit die es braucht
und es nicht mehr schlaucht
nicht zu wissen was zu sagen
denn dann ist es ein tiefverstandenes vertrautes wagen,
das zu leben
das ist kein erstreben
sondern sein,
tief erfüllend rein.

Jetzt stehst du da
so nah
und mir fehlen die Worte
und vielleicht ist es auch einfach nur ein sein am dem Orte
wo man jetzt steht
spüren was für ein Wind weht,
einfach nur im dasein sich berührt,
 spüren wo die Intuition einem hinführt
vielleicht ist es einfach ein mutig springen
sich ganz auf den Moment zu besinnen,
nur ein Hallo und mehr nicht wörtlich zu beginnen,
vielleicht ist es wirklich nur ein vor dir stehen
in Stille,
ohne meinen Egowille
einfach nur diesen Weg des stillen Austauschs zu begehen,
selbst wenn es einem noch unruhig macht
und man nicht in dem Moment lacht
sondern ganz tief da ist,
hochkonzentriert und doch so entspannt
ganz fasziniert urplötzlich gebannt
ganz tief zentriert
Raum und Zeit verliert
magische Energie herumschwirrt
ganz aufgelöst
ganz innerlich entblöst
und doch so bereit dafür
endlich zu erschaffen eines Wir
das hat Bestand
das braucht keine Wand
die schützt
denn man hat erfahren das es nichts nützt
und es ist endlich soweit
anzuziehen ein wunderschönes Kleid
das ausdrückt, 
hier bin ich lass uns leben
was das Leben hat zu geben
diese Momente die sind Geschenke
und es ist nicht mehr ein Verrenke
sondern ein natürliches Fliessen
das lässt neues Spriessen.

Jetzt stehst du da
so nah
und es tut gut
wenn jeder in seiner inneren Ruhe ruht.

Jetzt stehst du da
so nah
 lass uns leben
was in den geschenkten Momenten wird gegeben
lass uns sein
wie es ist,
rein,
wortlos,
einfach bloss
schmunzelnd
stirnrunzelnd
lachend
wachend
tief spürend
mutig führend
offen sprechen
Normen brechen
lebend wahr
einfach was ist da.

Jetzt stehst du da
so nah
und es ist Freude die ist klar
ganz anzunehmen
sich ins Leben zu lehnen.

Jetzt stehst du da,
steht auf deiner Seite dafür auch ein Ja?

- Geschrieben und Copyright by Anke Martin
 

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