~ Wenn Wächter einen gemeinsamen Raum schützen ~

 






 

 

Wächter des Menschseindürfens

Während des Reitens merkt die Schöpferin plötzlich eine Veränderung in ihrem Körper, er beginnt Dinge zu hinterfragen und ein Schmerz ist präsent. Der Schmerz als Frau in eine Schublade gesteckt zu werden, die sie so oft schon erfahren hat, und besonders auch als Königstochter. Sie sagt dem Schöpfer nichts, warum weiss sie nicht genau. Sie sagt nur nochmal zu Erinnerung: ‚Ich bin stille Präsenz, Würde führt.‘ Der Schöpfer schaut sie fragend an, spürt jedoch er ist zu sehr mit seinem Inneren beschäftigt, um näher in die Resonanz zu gehen. Sie ist selbstverantwortlich und vielleicht ist da auch was, wo nur die Schöpferin in sich wandeln kann. Er seufzt und spürt, wie ihr sonst offener Raum zunehmend kleiner und enger wird. Bleibt nur dem Weg zu vertrauen, mehr hat er im Moment nicht. Beunruhigt ihn das? Irgendwie nicht, auch wenn es nicht angenehm ist. Er versteht intuitiv es hat jetzt seine Zeit. Die Schöpferin fühlt sich unangenehm betäubt, wo kommt das her, ihr ganzer Körper ist wie in einer festgefrorenen Haltung, funktionieren das geht noch super, doch der Rest ist abgeschottet. Sie versteht, es ist eine sehr tiefe Schutzfunktion, die letzte Option und es hat dazu gedient sich anzupassen. Anzupassen, um bestehen zu dürfen in zwischenmenschlichen Räumen. ‚Wow!‘, sagt sie leise und atmet tief aus. Der Schöpfer schaut sie mit leicht verzerrtem Gesicht an, ihm geht es gerade auch nicht anders, und sie wissen beide, sie sind jetzt auf sich gestellt, es braucht es für ihre Würde. Sie reiten langsam nebeneinander und sind doch so weit weg voneinander. Ein komisches Gefühl. Die Schöpferin beschließt das getragen sein auf ihrem Pferd zu nutzen. ‚Ich schließe mal kurz die Augen‘, teilt sie dem Schöpfer mit. ‚Okay, Isabell kennt eh den Weg‘, sagt er. Sie nickt still und lächelt ihn etwas angestrengt an. Er ist selbst überrascht welche Kraft dieser Schutz hat und dass diese Würde so beharrlich zu verstehen gibt: hinschauen! Fast hätte er angefangen zu lachen von dieser Urkomik, doch er lässt es. Er schaut zu der Schöpferin rüber und sieht sie ihren inneren Weg gehen. Er findet zurück in seinen Körper, die kurze Ablenkung tat gut, doch es wandelt nicht was da ist, solange er nicht wirklich mit seinem Körper in der Kommunikation bleibt und all die Sensationen, die ihm präsentiert werden, bewusst da sein lässt bis sie sich wandeln. Tief ausatmend wendet er sich seinem körperlichen Prozess und Weg erneut zu. Die Schöpferin hat die Augen geschlossen, wow, das ist eine Schutzfunktion, die es in sich hat, sie spürt in ihren Körper, er ist regelrecht von einer grauen Wolke abgeschottet, sie fühlt sich matt und leer an, im Schwebezustand, alle Empfindungen sind abgeschaltet, nur dieses graue wattige mattig schwere Sein von ihren Beinen bis zum Kopf. Es kommen kaum Gedanken oder Gefühle, nur ein paar situative Momente und sie lässt es geschehen. Mit der Zeit beginnt sie ein Kribbeln in ihren Waden wahrzunehmen, der Druck der Watte bestärkt sie und da ist eine tiefe Traurigkeit. Sie versteht es war das Beste, was ihr Körper wählen konnte. Der Gedanke huscht durch ihr Sein, ob sie sich selbst verzeihen kann. Die erste Welle der Veränderung beginnt im Körper sich zu zeigen. Die Wolke löst sich langsam aus, sie ist schon bis zur Brusthöhe gesunken. Sie versteht auch, dieser Schutz schützt ihr Menschseindürfen, dass nicht überall gern gesehen ist und auch nicht gehalten werden kann in einem Raum. Es überforderte, es war unbequem, unpassend und es gab einige Sätze, die ihr in die Präsenz kommen, alles Sätze, die schmerzten, denn sie war wirklich in innerer Not und es wurde ausgelegt etwas zu bezwecken für Aufmerksamkeit zu bekommen, ihr Ausdruck wurde bemängelt, sie würde übertreiben, sie bildet sich das nur ein und noch einiges mehr. Sie verweilt mit den Sätzen und spürt wie der Schmerz langsam nachlässt und von ihrem Brustbereich eine Wärme und Kraft beginnt sich zu entfalten, es wird innen weiter und sie atmet tief weit aus. Öffnet die Augen und versteht, ihr Menschsein ist erstmal in sich selbst getragen und nur dort wird sie sich ganz zeigen, wo es auch möglich ist ohne Vorwurf oder Überforderung. Ihr würdevolles meditatives kraftvolles weiches embodied entspanntes Frausein übernimmt die Führung und ihr Wohlfühlraum entfaltet. Dieser Wohlfühlraum der selbst in fordernden Situationen, innen wie außen, die kleinste Wohlfühlfacette finden wird. Die Frage huscht ihr durchs Sein, wer ist fähig neben ihr einfach zu sein im Menschseindürfen ? Sie versteht, dass vor diesem Raum ein Schutz ist, der aus der Würde entsteht und er wird Räume prüfen, ob sie die Qualität und die Fähigkeit haben, ihr Menschsein daseinlassen zu können. Ein tiefes Ausatmen folgt und ihre Zuhausestille ist wieder in der ganzen Präsenz. Ihr Körper ist sichtlich entspannt nach diesem Erkennen und gleichzeitig ist sie demütig erstaunt. Tiefes Körperwissen das Wege findet und entfalten lässt. Sie schaut zum Schöpfer er hat sie beobachtet, das spürt sie, wachsame fürsorgliche Augen auf sie gerichtet. Sie lächelt ihn an, als sich ihre Blicke treffen. Sie nickt ihm zu, um zu sagen ich bin durch. Er lächelt weiter und der leicht besorgte Blick verfliegt gefolgt von einem tiefen weiten Ausatmen: ‚Puh!‘ Sie schaut ihn tief ruhig an, noch zu berührt von diesem Prozess in ihr und dieser Kraft der Schutzfunktion. ‚Durch?‘, will sie wissen. ‚Hm, und du?‘, fragt er. ‚Ja, es war ein sehr kraftvolles Freezemuster, das aus der Würde geschützt hat‘, teilt sie offen. ‚Hm, ja das ist krass‘, meint er. ‚Mein Muster war eher in die Flucht zu gehen, hier auf dem Pferd zu sitzen und nicht flüchten zu können war auch eine Herausforderung, doch ich habe mir selbst verziehen‘, bekennt er. ‚Hm, das ist gut‘, nickt sie ihm verstehend zu. ‚Was leben wir eigentlich für einen mutigen Weg liebe Schöpferin?‘, seufzt er tief. ‚Gute Frage ich habe keine Antwort‘, bekennt sie. ‚Ich kann mich nur vorm Leben verbeugen, wie wir es jedes Mal schaffen nicht in unseren Schutzfunktionen steckenzubleiben‘, gibt er zu. ‚Ja schon ein kleines Wunder unseres Raumes‘, meint sie, klingt jedoch etwas unschlüssig, ob sie es so benennen kann. ‚Ich finde schon wir können es so benennen. Allerdings geht das nur mit unserer Selbstverantwortlichkeit darin. Menschsein sich einfach zu nehmen ohne Selbstverantwortung hatte ich schon mehr als genug‘, hört sie seinen Frust durch, der da sein darf. ‚Ja, das ist keine gute Kombination und macht viel Schmerz und Leid, es ist ausnutzen lieber Schöpfer. Es drückt dich in Aufopferung für etwas Liebe‘, bringt sie es direkter in den Ausdruck, sie spürt es ist wichtig das klar zu benennen. ‚Ich honoriere deinen Schutz, der uns auf diesen Punkt des Weges aufmerksam gemacht hat, es war wichtig‘, seufzt sie tief. ‚Ja, ich habe das auch so präsent, auch wenn es eine ganz schöne Herausforderung war‘, gibt er zu. ‚Doch wir haben sie beide gut gemeistert‘, lächelt sie ihn warm an. ‚Ich bin noch nicht ganz wie die gewohnte Schöpferin, gib mir noch etwas Raum, ja? Willst du neben mir einfach sein, so wie du bist? Gibt dein Wächter des Menschseindürfen frei?‘, fragt sie. ‚Hm, danke fürs Fragen, gibt er frei, es gibt mal kein Veto‘, grinst er schelmisch über diese Frage der Schöpferin. ‚Und deine?‘, stellt er sicher. ‚Kein Veto‘, lächelt sie ruhig und etwas müde. ‚Gut, dann herzlich willkommen im bewusst gewählten Raum unseres Menschseindürfen‘, teilt er seine Bereitschaft mit. Sie lacht und es tut gut zu lachen, es lässt Leichtigkeit entfalten und diese lässt sie innerlich langsam weiter werden, geborgen getragen, leichtes Sein, ein Raum zum Auftanken. ‚Danke‘, sagt sie. ‚Kann ich nur zurückgeben und ich habe so ein Gespür, die wahre Bedeutung dieses Moments wird erst noch entfalten, auf eine gute Art und Weise‘, teilt er sein Gespür. ‚Hm, das klingt gut und mein Körper geht mit‘, antwortet sie aus ihrer Resonanz. ‚Die Wege eines Körpers sind wundersam‘, fasst er es zusammen und sie lacht frei und weit, ein befreites weites Lachen. Sie ist frei, sie kann wählen wo ihr Menschseindürfen präsent werden darf und wo, es nur in ihr bleibt. ‚Ich kann wählen wo mein Menschseindürfen Raum hat und wo nicht, das ist befreiend!‘, verkündet sie. ‚Ja, wir haben jetzt die Wahl und unsere Wächter werden gut aufpassen‘, grinst er. ‚Einfach nur verweilen, ja?‘, fragt sie ihn. ‚Einfach nur verweilen, komm wir reiten Richtung Meer, das tut uns beiden jetzt gut‘, lädt er sie ein. Sie nickt und sie reiten in die Richtung, wo das Meer zuhause ist. Nach einer kurzen Zeit können sie das Meer sehen, sein Rhythmus macht was mit ihnen. Erst reiten sie ein Stück am Meer entlang, bis sie das Schloss sehen können. Sie steigt ab, gibt Isabell einen sanften Klapps und pfeift. Isabel setzt sich in einen leichten Trapp Richtung Schloss. Der Schöpfer schaut sie fragend verblüfft an und steigt von Funke. Dieser wartet nicht lange und folgt Isabell in seinem schnellsten Galopp. Mit erstauntem Gesicht steht der Schöpfer vor der Schöpferin und schaut den Pferden nach. Ist das gerade Realität oder ist er in einem Traum? ‚Hey‘, holt ihn die Schöpferin zurück ins Jetzt. ‚Alles gut?‘, will sie wissen. ‚Ja! Das kam nur so was von unerwartet‘, lacht er weit und frei aus dem Überraschungsmoment. ‚Ich brauche etwas Laufen und die Pferde haben Durst‘, meint sie. ‚Achso und ich darf jetzt mitlaufen, und wenn ich nicht will?‘, ist er etwas überrumpelt und er merkt, wie verletzlich er innerlich noch ist, sein Schutz ist noch präsenter wie ihm lieb ist. ‚Oh, tut mir leid, so war das nicht gemeint, aber ja ich hätte dich vorher informieren sollen. Ich bin so langsam im Denken gerade‘, entschuldigt sie sich. Er spürt ihre Verletzlichkeit genauso wie seine. Das besänftigt sofort seinen inneren Schutz, da er die Schöpferin kennt und weiss es war wirklich keine Absicht dahinter, sie ist gerade nicht in ihrer ganzen Kraft. Statt weiter ihren Survival zu bedienen, geht er auf sie zu, nimmt sie in den Arm und es dauert keine Sekunde, da nimmt ihr Körper an, sie atmet tief aus und eine Anspannung löst sich in ihrem ganzen Körper. Entspanntes Frausein huscht ihm durch das Sein und sein Körper antwortet prompt drauf mit einem locker lassen von Muskelpartien wo er nicht wusste sie waren angespannt. Die Wächter bewachen ihren gemeinsamen Raum zusammen und das zu spüren, lässt ihn still Lächeln. Nach einer Weile löst sie sich aus der Umarmung, nimmt seine Hand, schaut ihn an, bevor sie losläuft und er nickt ihr zu. So laufen sie in Stille nebeneinander ans Wasser und lassen sich vom Rhythmus der Wellen tragen. Es breitet sich eine tiefe embodied Ruhe aus, die ihrer Zuhausestille hilft, wieder in ihre Kraft zu kommen. Das hat sie heute nicht kommen gesehen, doch es hatte seine Zeit. Eine Dankbarkeit durchströmt ihren Körper und sie drückt die Hand des Schöpfers. Er spürt den sanft sich verstärkenden Druck in seiner Hand und lächelt, sagt nichts, verweilt neben ihr und sie verweilt neben ihm, so wie sie gerade beide menschlich innerlich sind. Ein neuer Raum hat sich offenbart und sie werden ihn entfalten lassen, so wie all die Räume zuvor. 

 

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