~ Ankommenraum ~
Ankommenraum
Die große Gruppe ist auf dem Schloss angekommen. Die Piratin ist sehr ruhig. ‚Alles okay?‘, fragt der Fährtenleser. ‚Ankommenraum‘, ist ihre Antwort und der Fährtenleser versteht intuitiv sofort in seiner Resonanz, was sie meint. ‚Gleich‘, sagt er sanft, so dass sie es nur hören kann. Sie nickt ihm leicht lächelnd zu. ‚Die Pferde einfach hier anbinden, die Stallburschen machen sie dann fertig‘, hören sie Nilson sagen. ‚Danke für diesen tief berührenden Tag‘, sagt Lea und ein sich anschließendes Raunen von Dankworten geht durch die Gruppe. ‚Sehr gerne‘, antworten Nilson und Ida gleichzeitig. Nun lachen alle und es locker die Atmosphäre etwas auf. Die Berührtheit ist in allen sichtlich spürbar. ‚Das Abendessen gibt es heute etwas später, ich sage in der Küche Bescheid. So haben wir alle etwas Erholungsraum nach dem langen Tag‘, verkündet Nilson. ‚Danke, das klingt gut, bis später‘, verabschieden sich Udin und Lea. Annabel und Leo lassen sich nicht abwimmeln und helfen die Pferde abzusatteln. Nilson hat keine Chance es ihnen auszureden und er spürt es ist ihr Weg diesen Tag nachklingen zu lassen. ‚Danke für euer Hilfe‘, bedankt sich Nilson. Freja und Alvar übernehmen die Sattel und tragen sie in die Sattelkammer, dort werden sie von den Stallburschen in Empfang genommen. Als alle Pferde abgesattelt sind, seufzt Annabel tief und meint zu den anderen verbliebenen Eltern: ‚Und jetzt ein Bad, oder?‘ Ein erfreutes Lachen geht durch die Elterngruppe. ‚Wie gut, dass es hier eine Badewanne gibt, wann hatte ich das letzte Mal das Vergnügen!‘, ergänzt sie. ‚Dann genieße es!‘, lächelt Freja sie an. ‚Oh das werde ich‘, gibt sie Leo einen Kuss und geht ins Schloss. ‚Willst du auch baden?‘, wendet sich Alvar an Freja. ‚Die Idee hört sich gut an, doch heute nicht‘, lächelt sie ihren Mann liebevoll an. ‚Gut, dann lass und auf unser Zimmer gehen, mein alter Rücken merkt das Reiten‘, grinst er und sie lacht frei und weit. ‚Bis später‘, verabschieden sie sich von Leo. ‚Bis später, ich brauche glaube noch etwas Zeit draußen‘, verkündet er. ‚Noch nicht genug Natur?‘, will Freja wissen. ‚Ich lebe in der Wildnis‘, lacht er und Freja versteht, was er meint. ‚Dann genieße deine Zeit für dich‘, legt ihm Alvar eine Hand auf seine Schulter. ‚Danke, das werde ich, euch gutes Ausruhen‘, winkt er den beiden zu und er geht nochmal aus dem Schlosshof. Er möchte jetzt in kein Gemäuer, ihm fehlt sein Holzhaus. Tief seufzend entscheidet er sich statt des Meeres für die Graslandschaften, ein Stück entfernt hat er einen Baum entdeckt, dort ist der stimmige Platz zum Erholen von diesem vielen Trubel, dass er normalerweise gar nicht in seinem Alltag lebt.
Auf dem Zimmer angekommen zieht die Piratin ihre Stiefel aus und steht einfach nur im Raum. Der Fährtenleser lässt sie, sagt und fragt nichts. Er ist einfach da, präsent als Mensch. ‚Was ein Tag!‘, atmet sie tief aus. ‚Hm‘, ist seine Antwort. ‚Hm?‘, dreht sie sich zu ihm. ‚Ja, hm‘, wiederholt er und sie grinst: ‚Ankommen.‘ Nun lacht er frei und weit, ja ankommen, das ist das passende Wort. ‚Einfach nur gemeinsam sein?‘, lädt er sie ein. ‚Hm‘, lächelt sie ihn warm liebevoll an. ‚Hm?‘, wiederholt er und sie lacht erneut frei und weit, er reicht ihr die Hand, sie nimmt an. Dann zieht er sie langsam näher und umarmt sie. Sie legt ihre Arme um seinen Rücken und so stehen sie verweilend im Ankommen in ihrem gemeinsamen Raum. ‚Können wir uns hinlegen?‘, fragt sie nach einer Weile. ‚Gerne, ist auch bequemer‘, antwortet er und sie legen sich aufs Bett. Er legt sich auf den Rücken, sie zuerst auch, dann dreht sie sich auf die Seite und legt ihren Arm um seinen Bauchbereich, rückt ein Stück näher und verweilt nah neben ihm. Es folgen weitere Male ein tiefes weites Ausatmen und er spürt, wie ihr gemeinsamer Raum von selbst beginnt zu weiten. Ein faszinierender Prozess, hat er ihn schonmal so bewusst wahrgenommen? Sie verweilen nebeneinander, ohne was zu tun und ihr gemeinsamer Raum beginnt zu weiten. ‚Wow‘, sagt er leise tief fasziniert. ‚Was ist ein Wow?‘, hebt sie den Kopf etwas, um ihn anzusehen und sie kann sein Fasziniertsein in seinen Gesichtszügen erkennen. ‚Hm‘, ist ihre Antwort. ‚Spürst du das auch?‘, will er wissen. ‚Die Weite in unserem Raum, die einfach so da ist oder sich weitet?‘, antwortet sie fragend. ‚Jaaaa‘, grinst er sie freudig an. ‚Ja, das spüre ich und das ist Ankommen‘, lächelt sie ihn embodied tief wissend an. ‚Ankommen, hm, ja das ist stimmig‘, atmet er tief aus und sein Körper beginnt in eine Entspannung zu gehen. ‚Ankommen‘, sagt er nur und legt seinen Arm um ihren Körper, dreht sich etwas, um angenehmer zu liegen und schließt die Augen. ‚Einfach nur sein und Ankommen‘, wiederholt er leise und sie antwortet mit sanftem Drücken in der Umarmung. So bewusst angekommen sind sie noch nicht und er lässt den Prozess seinem Raum, möchte ihn nicht unterbrechen mit Worten oder Fragen, nur tief wach bewusst erfahrend leben. Die Piratin spürt ihren Körper ebenfalls lockerlassen und ihr entspanntes Frausein beginnt weiter zu werden. Eine wohlige warme Geborgenheit ist präsent. Nichts sein müssen, nichts leisten müssen, einfach nur Dasein dürfen, geborgen getragen gehalten, erfüllendes sicher genügendes Nahsein, das ist. Wie lange sie so gelegen haben, kann keiner der beiden sagen. Erst als sie den Gong für das Abendessen hören, wird ihnen bewusst, es war doch länger, wie es sich angefühlt hat. ‚Flow im Nahsein‘, lächelt er sie schmunzelnd an. ‚Hm, ja und die Geborgenheit war auch dabei. Ich fühle mich tatsächlich erholt und bereit für die nächste Runde viele Menschen‘, lacht sie entspannt. ‚Hm, wenn ich dich so wahrnehme, hätte ich eher Lust auf was anderes‘, grinst er. ‚Ich habe Hunger, du nicht?‘, holt sie die Realität mit rein. Er lacht und schaut sie kopfschüttelnd an: ‚Die Realität sagt Hallo.‘ Nun lachen sie beide und er seufzt: ‚Ich habe auch Hunger. Doch danach?‘, lässt er nicht locker. ‚Vielleicht‘, lächelt sie ihn liebevoll an. ‚Ja, lass uns den Abend einfach leben, wie er entfalten will, kein Druck‘, klärt er. ‚Ich weiss, dass es kein Druck war und ich weiss auch, es wäre aus dem Ankommenmoment einfach so entstanden, es darf es auch bestimmt zu einem anderen Zeitpunkt einfach sein‘, teilt sie ihre embodied Resonanz. ‚Ja, das wird es. Komm, Zeit zum Essen‘, zieht er sie ins Bad damit sie sich etwas erfrischen können und dann gehen sie gemeinsam zum Abendessen. Der Ankommenraum ist weiterhin präsent und er umhüllt sie beide in ein entspanntes Sein, sicher genug, sanft getragen weich gebogen liebevoll umhüllt.
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