~ Gereifte Fürsorge ~
Gereifte Fürsorge
Langsam löst sich die Schöpferin aus der Umarmung, sie atmet tief aus und lächelt den Schöpfer etwas müde an. So mitgenommen hat er sie noch nicht erlebt und etwas Sorge kommt in ihm hoch, doch etwas anderes umhüllt diese und ein Vertrauen gesellt sich dazu. Er atmet tief aus und schaut sie etwas besorgt an. Sie will gerade sagen, dass es ihr leidtut, doch er legt seinen Finger an ihre Lippen und schüttelt sanft den Kopf. Er gibt ihr embodied zu verstehen sich nicht dafür zu entschuldigen. Es fällt ihr schwer das einfach so anzunehmen. Das wird er nochmal ansprechen, doch jetzt nicht. Sie schaut aufs Meer und er meint: ‚Geh, ich warte hier.‘ Sie lächelt ihn still an, ihre Wortlosigkeit ist etwas ungewohnt, doch er vertraut seinem Instinkt und seiner Intuition. Als sie Richtung Wasser läuft, spürt er in sich, diese ganze Sache eben hat auch ihn zutiefst gefordert und diese Tiefe ihrer Verletzlichkeit hat ihn in eine neue Präsenz gebracht. Zeit das näher zu betrachten er hat noch genug Kapazität. Tief ausatmend verliert ihr den Fokus auf der Schöpferin und legt seine Hand auf sein Herz. Da ist tiefe Ruhe, doch sie war eben sehr schwankend, das überrascht ihn. Seine Intuition gibt ihm zu verstehen, dass er selbst innerlich ja gefordert war. Zeitgleich etwas in der Integration zu haben ist neu und statt auf das Belastende zu schauen, ist er neugierig auf den Wert. Ist ihr Raum mittlerweile so kraftvoll im Bestehen, dass sie beide zeitgleich in die Integration gehen können? ‚Woah‘, entweicht ihm sanft aus purem Erstaunen, nein diese Prozesse sind absolut nicht angenehm, doch darum geht es nicht, das spürt er tief. Was hier in die Präsenz kommt, ist das wofür. Die Schöpferin bringt nichts in die Integration das keinen tieferen Sinn hat und sein Körper auch nicht. Hat er angezweifelt? Vielleicht etwas und er versteht, es ist die Natur in der Integration, wenn alles anfängt sich neu zu sortieren, der Schmerz die volle Wucht hat und es die ganze Kapazität braucht um irgendwie durchzunavigieren. Er spürt die Anspannung und die Kraft, die es gebraucht hat und zeitgleich ist da etwas Neues in die Präsenz gekommen währenddessen. Eine Fürsorge huscht ihm durchs Sein. Gereifte Fürsorge. Die Präsenz wird in seinem ganzen Körper weit und er spürt eine Kraft, eine Zuversicht und Vertrauen in den Weg sowie ihrer beiden Fähigkeiten Wege zu finden. Eine Erleichterung durchströmt seinen Körper, es darf alles Dasein, denn sie leben ihre volle Selbstverantwortung. Dieser Moment eben hat es gezeigt. Ein Kribbeln durchflutet ihn, eine Lebendigkeit, die er so zügig nicht erwartet hätte. Was, wenn sie Integrationen die Belastung nehmen können? Oh, ein wagemutiger Gedanke, doch er lässt sich nicht wegdrücken oder unterdrücken, er steht beharrlich vor ihm, wartet auf seine Wahl. Ihm wird klar, das ist der nächste Schritt, Integrationen die Belastung zu nehmen, das heißt nicht Verantwortung für den anderen zu übernehmen, es ist eher diese gereifte Fürsorge sein, Vertrauen in die Fähigkeit sie beide können in sich bestehen und den Weg finden. Sie haben es schon so oft, und je nach Tiefe kann sich gegenseitig begleitet werden, doch wenn es so wie heute ist, darf es auch so sein. Kann er das mit seinem Mannsein vereinbaren? Er seufzt tief und gibt zu, es ist etwas Widerstand in ihm. Den Widerstand beschließt er genauer zu betrachten. Es hat was mit dem Wohlfühlraum zu tun, und ihr am liebsten diesen dauerhaft zu schenken, doch er weiss, das ist unrealistisch, es würde ihnen auch ihr Entfalten nehmen, es würde es einschränken. Will er das? Nein, das kommt ganz klar aus ihm in die Präsenz. Dieser weite Wohlfühlraum schließt dieses nahe guttuende Wohlfühlen im geborgenen getragenen Sein nicht aus, es erweitert es im Grunde. Er schüttelt überrascht den Kopf, dieses kleine Denken, es erwischt ihn doch noch ab und zu. Seine Intuition meint prompt es sei menschlich und er soll sich einfach selbst nicht so hart rannehmen. Das bringt ihm zum Lauten Loslachen, es befreit und er atmet sehr tief ein und lange aus. Da ist eine Weite und ein Wohlfühlen in seinem Mannsein. Sein eigener Wohlfühlraum hat seine Weite erhalten. Langsam öffnet er die Augen und sieht die Schöpferin vor ihm stehen. Sie wirkt gefestigter und wieder in sich stabiler. ‚Dein Wohlfühlraum hat seine Weite erhalten‘, spiegelt sie ihm. Er lacht laut los und schaut sie abenteuerlustig an: ‚Bereit für die Welle, wenn sie kommt?‘ Nun lacht auch sie und schaut ihn etwas prüfend an, dann antwortet sie: ‚Sie haben Wucht, hast du dein Surfbrett bereit?‘ Darauf lacht er erneut ein befreiend weites Lachen und schaut sie ruhig und tief an. Eine Gänsehaut überläuft die Schöpferin. ‚Du bist bereit und du hast beschlossen die Wellen zu nehmen wie kommen‘, stellt sie fest. Er nickt ruhig und diese Tiefe in ihm lässt keine andere Wahl zu. ‚Ich weiss wozu sie da sind die Wellen‘, antwortet er in einer embodied Ruhe und Klarheit. ‚Hm‘, meint sie und spürt in ihre Resonanz, die endlich wieder möglich ist. ‚Da ist noch was anderes präsent‘, beobachtet sie den Schöpfer genau. ‚Lass dich überraschen bei der nächsten Welle‘, grinst er und sie spürt er wird nicht mehr sagen. ‚Aha!‘, ist ihre Antwort. ‚Komm, wir gehen zurück, ich habe langsam Hunger und es reicht für heute mit Integration, auch wenn es was wunderschönes präsentiert hat‘, steigert er die Neugier zunehmend. ‚Dann bleibt mir wohl nur warten und erfahren‘, lächelt sie ihn liebevoll an. ‚Genau, einfach erfahren, liebe Schöpferin‘, nimmt er ihre Hand und zieht sie ihn in die Bewegung. Erst laufen sie langsam, dann wird ihr Tempo schneller und sie gehen in ein langsames Losrennen über. Lebendigkeit huscht der Schöpferin durch ihr Sein. Am Schlosstor angekommen, bleiben sie stehen und sammeln ihren Atem. ‚Wow, das tat gut, Leichtigkeit entfaltet sich‘, atmet sie tief aus. ‚Hm‘, lächelt er sie wissend an. Er geht einen Schritt auf sie zu und umarmt sie, dann sagt er: ‚Danke, dass du deine Verletzlichkeit heute ganz zugelassen hast.‘ Der Schöpferin läuft ein Gänsehautschauer über ihren Körper, es war schon seltsam das zuzulassen und das zu wagen. ‚Ich weiss das war nicht einfach, doch es hatte seine Zeit und so konntest du für dich ganz deine Integration durchgehen‘, teilt er weiter. So hat sie das noch gar nicht gesehen. ‚Hm, manchmal ist das wohl nötig‘, antwortet sie. ‚Ja und es darf sein. Besonders wenn wir beide was integrieren‘, ergänzt er. Sie atmet tief aus und meint: ‚Es ist nicht einfach für mich, dann unseren Raum loszulassen für diese Phase und dich deinen Weg ebenfalls in dir gehen zu lassen, auch wenn ich weiss, du kannst es.‘ ‚Ich weiss und ich verstehe das, doch in diesen Momenten ist es auch ein Raumschutz für unseren Raum. Du schützt ihn, vor der Wucht der Wellen‘, wechselt er die Perspektive. ‚Ja, es ist ein Schutz, der bewusst gewählt wird‘, sagt sie. ‚Bewusst gewählt aus der eigenen Verantwortung und dem embodied Wissen welche Wucht es haben wird‘, fasst er es nochmal in seine Worte. ‚Ja, hat auch was von Vertrauen in die Fähigkeiten in uns, es einschätzen zu können‘, ergänzt sie. ‚Ja, es ist gereift und vielleicht können wir dadurch auch die Belastung nehmen?‘, fragt er sie offen. ‚Hm, Belastungen nehmen, du meinst, indem ich frei bin, das in mir zu klären, ohne von dir zu erwarten du hältst Raum? Und umgekehrt und dennoch steht es frei zu tun?‘, möchte sie wissen. ‚Ja, freiwillig, wenn genug Kapazität da ist‘, nickt er zustimmend. ‚Interessant….‘, lässt sie es in sich stehen, doch es hat eine Stimmigkeit für den weiteren Weg. ‚Danke für den Impuls‘, küsst sie ihn und dann gehen sie in den Schlosshof. ‚Ich nenne es gereifte Fürsorge‘, sagt er noch bevor sie ins Schloss gehen. ‚Gereifte Fürsorge, hm‘, ist eine warme weite und kraftvoll sanfte Resonanz in ihr präsent. ‚Einfach leben liebe Schöpferin‘, lädt er sie ein und sie lacht ihr freies weites Lachen und etwas in ihm lässt ganz locker, sie hat es erneut geschafft aus den Tiefen des Schmerzes in ihr würdevolle meditatives kraftvolles weiches embodied entspanntes liebevolles Frausein zu finden. Eine Dankbarkeit durchflutet ihn und diese gereifte Fürsorge füllt ihn mit Wärme für diesen Menschen neben ihm. Sein Körper, Seele, Herz und Wesen sind im Einklang und bereit für diesen ganz entfaltenden weiten Wohlfühlraum einfach zu sein und zu leben.
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