~ Sicherer Raum ~

 


 

Einfach sein – embodied homecoming

Die Gruppe macht sich auf den Weg in die Stadt, es finden angenehme Gespräche statt, der Piratin ist allerdings etwas mulmig. ‚Alles okay?‘, spürt der Fährtenleser ihre zunehmende Unruhe. ‚Es kommt was‘, sagt sie tief ausatmend. ‚Hm‘, spürt er in seine Resonanz, doch er spürt nichts. ‚Kannst du es kommen lassen?‘, will er wissen. ‚Bleibt ja wohl nichts anderes‘, lacht sie, eher aus auffahrender Stärke als aus Entspannung. ‚Das Vorspüren‘, mehr braucht er nicht dazu zu sagen. Sie nickt ihm dankend zu und spürt seine bewusst gehaltene Kraft in ihm selbst. ‚Danke‘, schaut sie ihn lächelnd an. Er spürt sie geht in ihren Modus, wo alles sein darf, ihre ventral geführte Kraft und gleichzeitig, wenn es übergehen muss in den Funktionsmodus ihres Körpers. Dort wo sie trotz den heftigsten Widrigkeiten handlungsfähig ist. Er kann ihr inneres Positionieren direkt in seiner Resonanz spüre und es fasziniert ihn zunehmen, welche Ressourcen die Piratin in sich trägt, unabhängig ob er da ist oder nicht. Macht er einen Unterschied? Die Frage piekst gerade etwas und er atmet tief ein und aus. ‚Bei dir auch alles okay?‘, schaut sie ihn etwas schmunzelnd fragend an. ‚Naja‘, ist er ehrlich. ‚Ich spüre gerade, wie dein Körper sich positioniert und auf alles gefasst ist, das ist sehr faszinierend und gleichzeitig kam die Frage ob mein Dasein einen Unterschied macht, denn das kannst du ganz allein für dich‘, schaut er sie warm an. ‚Hm, ja es macht sehr wohl einen Unterschied, ob du da bist oder nicht und ja, ich kann das unabhängig von anderen Menschen‘, bestätigt sie ihm. Er seufzt erleichtert und sucht ihre Hand. ‚Danke‘, ist er sichtlich erlöst von einem Druck. ‚Da war ein ganz schöner Druck drauf, oder?‘, will sie wissen. ‚Hm, offensichtlich‘, lacht er um seinen Körper von der kurzen Anspannung zu lockern. ‚Es hat was mit dem Thema Brauchen zu tun, oder?‘, spricht sie direkt an. ‚Ja, irgendwie schon. Brauchen ist so ein Bereich, der ganz schnell in etwas führen kann, wo keiner hinwill, außer die das gerne leben‘, macht er ihr ein Petzauge. Sie lacht und schaut ihn warm ruhig an: ‚Ja, in die Abhängigkeit und in den Schmerz, wenn das Gefühl da ist, nicht gebraucht zu werden.‘ ‚Ja. Dabei sind wir beide freiwillig füreinander da und unsere Körper werden nicht in das Brauchen gehen, sondern es sehr wertschätzen dieser Freiwilligkeit, worauf es beruht‘, lässt er die Worte fließen. ‚Wenn ein Körper so sein darf wie er ist, in einem gemeinsamen Raum, wird er bleiben wollen, das hat nichts mit brauchen zu tun‘, teilt sie ihre sehr kraftvolle Resonanz. ‚Wenn ein Körper so sein darf wie er ist in einem gemeinsamen Raum, dann bleibt er freiwillig‘, wiederholt er sehr langsam. ‚Ja‘, bestätigt sie ihn. ‚Wow, wo war dieses tiefe Wissen in dir all die Zeit geschützt versteckt?‘, platzt es aus ihm heraus. Sie hebt die Schulter zum Zeichen – ich weiss es nicht. ‚Wenn ein Körper so sein darf wie er ist, in einem gemeinsamen Raum, ist da Sicherheit‘, lächelt er sie bewusst etwas herausfordernd an. Sie nimmt die liebevolle Herausforderung an und antwortet: ‚Ja, und wo kommt die Sicherheit her?‘ ‚Wo sie herkommt? Interessante Frage….‘, steht er etwas auf dem Schlauch. Sie wartet und gibt ihm die Antwort noch nicht. ‚Aus mir‘, sagt er dann ganz ehrfürchtig berührt, obwohl das schon so oft ein Thema war. ‚Ja, aus dir und aus mir‘, lächelt sie ihn warm an. ‚Interessantes Gespräch, ihr beiden‘, hören sie plötzlich von hinten. ‚Oh‘, meint die Piratin etwas überrascht, sie war so im Moment vertieft, ohne darauf zu achten, wer hinter oder vor ihr läuft. ‚Ihr beginnt gerade was sehr Tiefes zu leben und ich sage jetzt mal, es hat schon seinen Flow‘, antwortet Freja. ‚Danke Mama‘, bedankt sich der Fährtenleser. ‚Wir leben das schon?‘, wundert sich die Piratin. ‚Ja, ihr lebt das schon, ohne dass es euch bisher bewusst war‘, bestärkt Freja. ‚Hm‘, spürt die Piratin in ihr Körper. ‚Wow‘, kommt dann kurze Zeit danach und alle müssen lachen. ‚Hat jeder diese Unterhaltung mitbekommen?‘, dreht sich die Piratin etwas um. ‚Ja‘, ertönt es durch die Eltern. ‚Oh‘, fühlt sie Piratin sich etwas beobachtet und überrumpelt. ‚Du spricht nur etwas aus, was wir auch leben als Paare‘, schaltet sich Elenore ein. ‚Hm, und das wäre?‘, will die Piratin es nun genau wissen. ‚Unsere eigene innere Verantwortung trägt den Raum und wenn einer von uns gerade was zu klären hat und im Funktionsmodus läuft, wie ihr es so schön benannt habt, wird kein Schuh draus gemacht‘, teilt Elenore. ‚Ja‘, nickt die Piratin und es ist stimmig. ‚Es darf beides Dasein diese sichere klare kraftvolle Führung und auch die Überlebensfunktionen, die jedoch gut geführt und gehalten ist aus der eigenen Verantwortung und der Handlungsfähigkeit‘, setzt Elenore fort. ‚Handlungsfähigkeit egal wie, meinst du?‘, fragt die Piratin nach. ‚Ja‘, antworten Alvar und Albert gleichzeitig. Die Gruppe lacht wieder. ‚Danke fürs gemeinsame Verdeutlichen‘, grinst die Piratin. ‚Mein Körper darf sein wie er ist und er fühlt sich sicher‘, lächelt sie alle an. ‚Deine eigene innere Sicherheit ist sehr tragfähig und kraftvoll‘, teilt Alvar. ‚Oh, danke Alvar‘, ist die Piratin etwas gerührt von diesem Feedback. ‚Doch sie wirkt nicht auf jeden so sicher‘, bringt ihr Vater es in die Richtung, die gerade in ihr präsent ist. ‚Ja, sie kann Reaktionen hervorrufen, die du vielleicht nicht bewusst im Sinn hattest zu erwirken, doch sie sind nun mal Teil des Lebens‘, meint Freja. ‚Mein Vorspüren‘, antwortet die Piratin prompt. ‚Ja, dein Vorspüren. Wir gehen in gesellschaftliche Räume‘, sagt ihre Mutter liebevoll, weil sie genau weiss, was das für die Piratin bedeutet. ‚Ja‘ seufzt die Piratin laut aus. ‚Wir sind sicherer Raum, kannst du dich darin ebenfalls gut genug sicher fühlen?‘, bietet ihre Mutter an. ‚Hm, diese Entscheidung trifft mein Körper‘, antwortet sie. ‚Ja, das tut er, doch da ist noch was anderes, das führt‘, lässt ihre Mutter nicht locker. ‚Ja mein menschliches Selbst, wo meine Verantwortung für mein Sein zuhause ist‘, meint die Piratin intuitiv. ‚Ja genau, das Selbst eines Menschen ist da, wenn Bewusstsein in die inneren Prozesse einzieht‘, teilt Freja. ‚Das innere Selbst…..‘, wiederholt der Fährtenleser. ‚Das erscheint wann?‘, will die Piratin wissen. ‚Sobald du für dein Tun, Sein, und Handeln Verantwortung übernimmst, zu 100%‘, sagt Alvar. ‚Und das heißt auch im Survival zu funktionieren können‘, meint der Fährtenleser. ‚Ja, das ist vielleicht der Einstieg in alles‘, überlegt Albert. ‚Du meinst, weil ich gelernt habe, selbst in meinem Überlebensmodus zu agieren und weiterzugehen, zu handeln, konnte ich erst das andere entwickeln?‘, fragt die Piratin auch wenn sie ihre embodied Antwort schon hat. ‚Ja, wie oft wird diese Fähigkeit, als was schlechtes abgetan, als wertlos und Schwäche verurteilt, dabei ist es eine so große Kraft das zu können‘, seufzt Alvar. ‚Hm, interessante Sichtweise‘, findet die Piratin.‘Embodied sehr stimmig‘, hört sie den Fährtenleser sagen. ‚Wow, wir haben das, was wir jetzt hier als Paar erfahren, diesem Können zu verdanken?‘, lässt die Piratin ihr inneres Verstehen zusammenfließen. ‚Ja, das könnte so benannt werden. ‚Du bist geflüchtet, weil das gesellschaftliche Leben dir mehr Schmerz und Leid zugefügt hat als sicheres Sein‘, ist ihre Mutter ehrlich. ‚Autsch, ja da ist dieser Schmerz‘, nickt die Piratin. ‚Doch dein Flüchten war kein kopfloses Gehen, sondern ein sehr überlegtes tief intuitiv geführtes wagen allein auf dem Meer zu segeln. Dir blieb keine andere Möglichkeit, wenn du dich nicht noch mehr selbst zerstören wolltest. Was passiert wäre‘, spricht Elenore weiter. Die Piratin spürt, was in ihrem Körper vor sich geht. ‚Auf dem Meer hast du vielleicht erst die Begegnung mit der Angst gemacht, doch das Leben und das Meer haben dir sehr beharrlich zu verstehen gegeben, das brauchst du nicht. Du hast in dir die Sicherheit gefunden, und das Vertrauen ins Leben. So durfte langsam dein Funktionsmodus in diese tiefe innere Sicherheit finden. Du warst auf dem Meer sicher, weit, frei und geborgen getragen vom Leben. Der nächste Schritt war das Segeln mit der Forscherin. Sie war für dich in der Kindheit schon eine Sicherheit. Der nächste Schritt war dann in dieser kleinen Gemeinschaft Sicherheit in dir da sein zu lassen. Dann kam die Schöpferin mit dazu und irgendwann dann die männlichen Gefährten. Die tiefste Prüfung überhaupt, in einem Menschsein, ob diese Sicherheit in dir besteht, wenn es nah wird. Näher als in einer freundschaftlichen Begegnung mit deinen Gefährtinnen‘, beendet Elenore. ‚Wow, Mama‘, laufen der Piratin ein paar Tränen die Wangen hinunter. Elenore beschleunigt ihren Schritt und umarmt ihre Tochter. Die Gruppe bleibt stehen und hält den Raum, dass kann die Piratin sehr deutlich spüren. ‚Es ist okay, es hatte seine Zeit, das ganz klar zu erkennen‘, sagt Elenore sanft ruhig. ‚Dieses mutige Wagen trauen sich die wenigsten‘, sagt Freja. ‚Hm‘, löst sich die Piratin aus der Umarmung und schaut Freja an. ‚Ich habe dich am Leuchtturm kennengelernt, was in der Zeit bis jetzt geschehen ist, ist wunderbar liebe Piratin‘, legt Freja ihr eine Hand auf den Arm. ‚Danke‘, nickt die Piratin, die komplett in ihrer Weichheit ist. ‚Und jetzt gehen wir da gemeinsam hin‘, macht Albert eine Bewegung zum weiterlaufen Richtung Stadt. ‚Du musst das nicht allein machen‘, hört sie den Fährtenleser sagen. ‚Danke‘, nickt sie ihm liebevoll lächelnd zu. ‚Nein, das muss niemand allein machen, doch oft bleibt nur das‘, bringt Alvar die Realität auf den Punkt. ‚Ja, doch jetzt im Moment nicht‘, lenkt Albert es zurück auf ihren Raum. Ihm war nicht bewusst, was die Piratin damals wirklich in sich durchgemacht hat. Doch jetzt kann er es verstehen und seine Wahl für seine Tochter sicherer Raum zu sein, steht ganz klar in ihm. Bis zur Stadt laufen sie in einer angenehmen Stille und die Piratin kann spüren, wie ihre Achtstellung weniger wird. Ihr Körper vertraut dem Raum, eine sehr schöne guttuende Erfahrung. Sie muss es nicht allein machen. Sie ist geschützt in dieser kleinen Gruppe. Sie laufen einen kürzeren Weg bis zum Gasthaus, da es kurz vor Mittag ist, ist es voll. Die Piratin spürt ihr Unbehagen nochmal deutlich, doch sie atmet tief aus und spürt die Hand des Fährtenlesers. Warm lächelnd schaut sie ihn dankend an. ‚Hey Albert!‘, ertönt es sofort aus verschiedenen Richtungen. ‚Wen hast du denn da alles mitgebracht?‘, werden gleich neugierig Fragen gestellt. ‚Ach schau mal an, die Piratin‘, hören sie hinter sich und Albert lässt nicht lange mit einer sehr klaren Antwort warten: ‚Rudi, spar dir deine Kommentare und kümmere dich lieber um deine Tochter.‘ So deutlich wollte Albert gar nicht werden, doch Rudi hebt die Hand als Entschuldigung und dreht sich erneut zu seinen Tischkollegen, mit denen er Mittagspause macht. ‚Albert!‘, schaut ihn Elenore etwas überrascht an, die ihren Mann so gar nicht kennt. ‚Es musste einfach sein‘, ist Albert weiterhin klar. ‚Ja, das ist schon klar, doch diese Kraft‘, ist Elenore weiterhin etwas sprachlos. ‚Manchmal braucht es klare Worte, Elenore‘, lächelt Freja sie an und klopft Albert verständnisvoll auf der Schulter. ‚Ja‘, bestätigt Alvar und lächelt der Piratin zu. ‚Danke Papa‘, seufzt die Piratin und spürt, wie sie sich langsam entspannen kann. Jetzt wo ganz klar im Raum steht, es hat sich jeder um seinen eigenen Kram zu kümmern. ‚Das hätte ich schon viel früher machen sollen‘, ist Albert sichtlich erleichtert. ‚Ja, das ist spürbar‘, bestätigt Elenore, die sehr genau wahrnimmt, welche Bürde es von ihrem Mann genommen hat, dieses Gerede über ihre Tochter ganz klar zu unterbinden. ‚Ich kann als Vater meine vergangenen Fehler nicht mehr rückgängig machen, doch ich kann jetzt da sein und das werde ich, auch wenn meine Tochter schon erwachsen ist‘, lässt Albert alles raus, was ihn so belastet hat all die Jahre, ohne es wirklich zu verstehen. ‚Es gibt Momente, da brauchen andere Menschen Schutz, egal wie alt sie sind‘, teilt der Fährtenleser. ‚Stimmt, danke für die Erinnerung‘, lächelt Albert sichtlich zufrieden. ‚Wie geht es dir?‘, will der Fährtenleser wissen, als sie an einem Tisch sitzen. ‚Gut‘, antwortet sie ehrlich und dieses Unbehagen ist von ihr abgefallen. ‚Die meisten Räume haben Hierarchien. Wenn ich die nicht kenne, kann ich schnell unter die Räder einer Gruppe kommen‘, sagt Alvar. ‚Ja, die Hierarchien hier sind etwas kniffelig‘, bestätigt Albert. ‚Ich habe Hunger‘, verkündet die Piratin und jeder besinnt sich auf die Karte. ‚Hallo ihr Lieben‘, kommt Renate in ihren Tisch. ‚Hallo Renate, wie geht’s dir?‘, will Elenore wissen. ‚Gut und euch? Wie schön dich mal wieder zu sehen Piratin. Gut so Albert, Rudi braucht das leider sehr regelmäßig, die meisten sind mittlerweile allerdings zu müde, um sich ständig zu wiederholen‘, lacht Renate. ‚Ja es macht mit der Zeit mürbe, sich dauernd zu wiederholen‘, bestätigt Albert. ‚Was kann ich euch bringen, unser Tagesmenü ist frischer Zander mit Kartoffeln und Dillsoße‘, teilt Renate. Jeder bestellt was er möchte und Renate bringt die Bestellung in die Küche. ‚Alles okay?‘ will Elenore von der Piratin wissen. ‚Ja, alles okay, danke Papa‘, antwortet sie. ‚Nix zu danken, ich ärgere mich, das nicht schon früher getan zu haben, jedes Mal, wenn ich ins Gasthaus bin und er anwesend war gab es diese witzelnden Kommentare.  Heute war eindeutig genug‘, lacht er befreit. Elenore legt ihre Hand auf seine und lächelt in liebevoll warm an. Er hat ihre Tochter sehr deutlich beschützt, auch wenn die Piratin sich jetzt noch nicht bewusst darüber ist, es wird in ihr was heilen. ‚Ist das bei euch auf der Insel genauso?‘, will Albert wissen. ‚Naja, wir haben viele Handelsleute, ich glaube solche Dynamiken entstehen da eher weniger, zu viel Fluss drin und es könnte ja auch dem Handel schaden. Da ist schon eine höflichere Art und Weise im Gasthaus, schließlich ist Handel ein wichtiger Teil der Insel‘, antwortet Alvar. ‚Ja, und wir haben auch keine Tochter, sondern einen Sohn. Das er auf Reise ist, ist nichts ungewöhnliches. Eine Frau hingegen, allein auf dem Meer, das ist fast schon ein Hohn in machen Augen, oder?‘, ergänzt Freja. ‚Ja, da kommen viele Faktoren zusammen‘, nickt Albert. Der Wirt tritt an den Tisch und hält jedem die Hand ihn: ‚Ich bin Fred. Herzlich Willkommen, entschuldigt diesen sehr unschönen Empfang, manche hier wissen nicht, wie man sich benimmt.‘ Fred macht ein Petzauge und alle lachen. ‚Danke Fred‘ bedankt sich Alvar für die Willkommensgrüße. ‚Wo kommt ihr her?‘, will Fred wissen, er ist neugierig, doch er lernt auch gerne neue Menschen kennen und diese Gruppe ist ihm sehr sympathisch, nicht nur weil er Albert und Elenore sehr schätzt, es freut ihn sehr, wie die Piratin sich verändert hat und welch eine kraftvoll sanfte Frau sie geworden ist. ‚Wir kommen aus Malland‘, antwortet Alvar. ‚Oh, das ist ganz schön entfernt‘, meint Fred. ‚Ein Stück, doch was ist schon weit, verbunden im Meer?‘, lächelt Alvar. ‚Ja, das stimmt, ich wünsche euch einen schönen Aufenthalt und guten Appetit‘, lächelt Fred alle nacheinander an und nickt der Piratin wohlwollend zu. ‚Danke Fred‘, meint Albert für alle. ‚Wenn ihr noch was braucht, sagt Bescheid‘, verabschiedet er sich vom Tisch. Als das Essen kommt, genießt jeder was er bestellt hat, während des Essens findet ein angeregtes fröhliches Gespräch statt. Die Piratin fühlt sich vielleicht das erste Mal auf ihrer Heimatinsel in einer größeren Gesellschaft außerhalb des Hofes wohl. ‚Danke‘, sagt sie, als alle fertig sind mit Essen. ‚Für was?‘, will Elenore wissen. ‚Für diese Erfahrung heute, es macht was mit mir‘, sagt sie. ‚Ja, das darf es, gibt ihm Raum und Zeit‘, sagt Freja. ‚Ich bin da‘, schaut sie der Fährtenleser lächelnd schelmisch an. ‚Freiwillig‘, ergänzt er mit einem noch verschmitzteren Schmunzeln. ‚So!‘, lacht sie frei und spürt sie darf loslassen und vertrauen in den Raum. ‚Danke, das schätze ich sehr‘, beugt sie sich zum ihm und küsst ihn. ‚Hm, gibt es noch mehr davon‘, hört sie ihn leise fragen, als sie sich löst. ‚Das haben wir gehört, wartet, bis ihr im Schloss seid‘, meint Alvar humorvoll. Alle lachen und die Piratin schmunzelt nur. Sie sucht die Hand des Fährtenlesers und ihr ganzer Körper atmet tief aus. Ihre kraftvolle Weichheit ist geschützt und sie darf ganz da sein, sie muss sie nicht selbst schützen. Der Raum schützt sie, was für eine tiefgehende Erfahrung. ‚Wir wollen zahlen!‘, ruft Albert zu Renate hinter dem Tresen. ‚Geht aufs Haus!‘, ruft sie zurück. ‚Nein, das können wir nicht annehmen!‘, steht Albert auf und geht zu ihr. ‚Doch, das könnt ihr, es ist uns eine Ehre‘, antwortet Fred, der zu seiner Frau tritt und ihre Entscheidung bekräftigt. ‚Fred und Renate, was soll ich sagen außer Danke….‘, ist Albert etwas überrumpelt. ‚Mehr braucht es auch nicht‘, zwinkert ihm Renate zu. ‚Es ist so schön zu sehen, welch eine wunderschöne Frau eure Tochter geworden ist, ihr könnte stolz sein‘, meint Fred noch und Renate nickt. ‚Danke, ihr habt was gut bei mir‘, legt Albert die Hand an den Arm von Fred. ‚Das sehen wir dann noch Albert‘, antwortet Fred lächelnd. ‚Vielen Dank, bis dann‘, verabschiedet sich Albert. Die anderen sind schon raus und die Piratin streckt und reckt sich: ‚Weite – wie gut!‘ ‚Siehst du es gibt Wunder im Leben‘, tritt ihre Mutter neben sie. ‚Hm, die gibt es wohl‘, lächelt die Piratin sie liebevoll warm an. ‚Und jetzt?‘, will der Fährtenleser wissen. ‚Ich hätte nichts gegen einen Mittagsschlaf‘, verkündet Alvar. ‚Alvar, das machst du doch sonst auch nicht!‘, neckt ihn Freja. ‚Das stimmt, deshalb ist jetzt genau die Zeit dazu, kein Leuchtturm, Zeit für Nickerchen‘, lässt er sich nicht abbringen von seinem Vorhaben. ‚Gut, dann gehen wir zurück zum Haus. Es war eine schöne Zeit mit euch‘, umarmt Elenore einen nach dem anderen und die anderen folgen untereinander. ‚Ich möchte ans Meer‘, teilt die Piratin. ‚Allein oder zusammen?‘, fragt der Fährtenleser. ‚Du darfst freiwillig gerne mitkommen‘, neckt sie ihn. Beide lachen und er greift ihre Hand, und beginnt in Richtung Meer zu laufen. ‚Bis bald Mama und Papa und bis später Freja und Alvar‘, winkt die Piratin ihnen zu. ‚Bis bald!‘, hört sie rufen. 

 

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