~ Embodied Entfaltung ~
Embodied Entfaltung
Nach dem Kuss lässt er sie etwas lockerer in der Umarmung und sie seufzt tief. ‚Hm‘, ist seine Antwort. ‚Entfaltung, das Gegenteil von Handlung?‘, will sie wissen. ‚Entfaltung….‘, wiederholt er für sich. ‚Nein, eher was dazwischen und davor‘, lässt er seine Worte fließen. ‚Hm, was dazwischen und davor‘, wiederholt sie für sich. ‚Meine Resonanz passt dazu‘, lächelt sie ihn an. ‚Entfaltung braucht vor allem eins‘, spürt der gute Freund in seinen Körper. Sie nimmt wahr und hört zu. ‚Es braucht das Verweilen können mit dem, was ist und das Vertrauen in den Weg‘, setzt er fort. ‚Hm‘, nickt sie zustimmend. ‚Die Zuhausestille führt und gibt Raum dafür‘, ergänzt sie. ‚Ja, das tut sie‘, nickt er diesmal. ‚Leben wir schon Entfaltung?‘, fragt sie weiter. ‚Intuitiv sage ich ja‘, lacht er. Sie lächelt ihn an und spürt sie leben es schon lange. ‚Schon faszinierend, dass ein Körper es schon ist, bevor der Verstand es kapiert‘, lacht sie nun. ‚Gut so‘, meint er. ‚Hm, manchmal ja, manchmal eher erschwerend‘, teilt sie. ‚Ja, wenn ich nicht diese Fähigkeit habe wach ruhig zu verweilen mit dem, was ist‘, macht er ihr ein Petzauge. ‚Schutzmuster können ganz schön einschränken‘, meint sie. ‚Hm‘, kommt von ihm. Sie löst ihre Arme und er folgt: ‚Hm, unsere Eltern sind außer Sichtweite, ich kann mir denken, wo sie hin sind. Sie kommen auch ohne uns klar, Lust auf einen kleinen Ausflug?‘, schmunzelt ihn an. ‚Gerne!‘, nimmt er ihre Hand und sie beginnt zu laufen. ‚Kenn ich den Ort schon?‘, will er wissen. ‚Nein, wir waren dort noch nicht‘, antwortet sie. Auf dem Weg verweilen sie in Stille und es breitet sich ein tiefes getragenes Geborgenheitsgefühl in ihnen aus. Die Geräusche der Natur umhüllen sie und die Forscherin spürt, wie ihr Körper entspannt auf eine angenehme erfüllende und befreite Art und Weise. In sich ruhen und die Momente kommen lassen. Sie wird weiterhin das im Körper spüren was ist, doch es darf sein, es braucht keine sofortige Reaktion oder Handlung oder es wandeln müssen, weil es unangenehm ist. Entfaltung folgt dann, wenn es die Zeit hat. Sie atmet tief aus. Der gute Freund verstärkt seinen Druck leicht in ihrer Hand und sie schaut ihn an. ‚Teilst du es mit mir, wenn es seine Zeit hat?‘, will er wissen. Sie nickt still lächelnd und sie laufen in Stille weiter. Der gute Freund verweilt in diesem Moment und spürt was ist. Der Wald trägt seinen Raum im Außen, innerlich trägt er ihn selbst oder wird sein innerer Raum von etwas in ihm getragen? Das verwundert ihn. Wie hat sich das verschoben, ohne, dass er es gemerkt hatte? Verblüffung erfasst sein Mannsein und ein Schmunzeln huscht über sein Gesicht. Wie viele Schichten haben sich da gelöst? Es waren wohl einige, und der Prozess hat sich gelohnt, auch wenn es sich manchmal wie eine Endlosschleife angefühlt hat, doch jetzt in dem Moment ist klar, jedes Mal wurde etwas in ihm freier und weiter, klarer und kraftvoller. Sein Körper beginnt im Laufen sich aufzurichten und er löst seine Hand aus der Hand der Forscherin. Sie schaut ihn wissen an und nimmt einfach nur wahr. Er bleibt stehen, streckt sich weit in alle Richtungen und dann schüttelt er seine Arme. ‚Das habe ich gebraucht‘, lacht er befreit und schaut die Forscherin mit einem sehr wachen klaren Blick an. ‚Hm‘, ist ihre Antwort mit einem verschmitzten warm liebevollen Lachen. ‚Hm, mehr kommt dazu nicht?‘, neckt er sie. Sie lacht und stellt sich vor ihn, wortlos, sie lässt ihren Körper in den Ausdruck gehen, unsichtbar auf seine Art und Weise. ‚Wow!‘, kommt nur von ihm. ‚Antwort erhalten?‘, grinst sie wissend. ‚Ja‘, lacht er leise leicht demütig. ‚Wieviel Schichten kann ein Mensch als Schutz über seinem Wesen lagern haben?‘, will er wissen. ‚Viele‘, ist ihre klare Antwort. ‚Wie viele Runden Begegnung dieser Schichten braucht es, bis sie integriert sind?‘, fragt er weiter. ‚Kommt auf den Menschen an und auf die sicher genügenden Räume innerlich und äußerlich‘, lässt sie ihre Worte intuitiv fließen. ‚Wie ist der Ablauf der Runden?‘, will er wissen. ‚Lebendigkeitspunkte, spüren da ist was, das in die Präsenz kommt, verweilen, wahrnehmen, mit der Zuhausestille umhüllen, körperliche Sensationen und Reaktion da sein lassen, warten bis ein Körper freigibt, für das was entfalten will‘, lässt sie die Worte fließen. ‚Hm‘, nickt er. ‚Verweilen, damit sein, bis ein Impuls folgt zum nächsten Schritt‘, wiederholt er es in seinen Worten. ‚Ja‘, bestätigt sie ihm. ‚Wenn ich auf dem Weg bin, kann ich oft nicht sehen, wo ich gerade stehe oder was es für einen Sinn hat, diese Begegnung mit den Schutzschichten, jedes Mal aufs Neue. Was ich darin meistens nicht merke, dass es jedes Mal ein kleines bisschen was in mir verschiebt, hin zu dem, was darunter wartet‘, teilt sie. ‚Hm, das ist stimmig, ich habe gerade gemerkt, wieviel sich in mir verschoben hat, nicht auf eine negative Art und Weise, eher, es hat wieder seinen wahren Platz gefunden‘, sagt er. ‚Hm, seinen wahren Platz wieder finden, oh das geht tief‘, seufzt sie und genießt dieses Gefühl in sich, das sofort in die Resonanz ging. ‚Den eigenen wahren Platz in sich selbst finden‘, wiederholt sie genüsslich laut. ‚Klingt guttuend und im Körper fühlt es sich nach zuhause sein an‘, grinst er abenteuerlustig. ‚Nachhause kommend, ja das ist es‘, seufzt sie tief wohlig. ‚Dieses Verschieben finde ich spannend‘, strahlt ihr Gesicht plötzlich. ‚Aha‘, ist seine Antwort. ‚Dieses Verschieben ist mit jeder Runde eine zunehmende Fähigkeit des damit seins, es ist ein Training des eigenen Kapazitätenerweiterns. Die Zuhausestille wird in mir tragfähiger und ruhiger, sie kann zunehmend besser umhüllen, selbst wenn sofort Schmerz einschießt……‘, teilt sie etwas sprudelnd. ‚Das ist wirklich interessant‘, spürt der gute Freund in seine Resonanz. ‚Hm und je tiefer diese Fähigkeit, umso tiefer werden die Integrationen der Schichten?‘, stellt er die Frage in den Raum zwischen ihnen. ‚Ja doch auf eine Art und Weise, die mir nicht mehr meine Zuhausestille nimmt‘, lächelt sie freudestrahlend. ‚Lebendigkeitspunkte werden dann mit Würde und Liebe gelebt?‘, fasst er es in seine Worte. ‚JA!‘, strahlt sie. ‚Lebendigkeitspunkte werden dann mit Würde und Liebe gelebt, erstmal in mir selbst und dann in äußeren Räumen‘, erweitert sie. ‚Die Piratin‘, sagt er prompt. ‚Ja, sie hat es uns allen tief bewusst gezeigt. Und die Schöpferin und der Schöpfer haben es schon in Liebe und Würde verkörpert. Wo stehen wir?‘, will er wissen. ‚Gute Frage…..‘, lässt sie es offen. ‚Ist es wichtig?‘, fragt sie. ‚Nein‘, kommt prompt. ‚Das Wichtigste ist klar geworden‘, seufzt er wohlig und sein Körper geht in eine Entspannung über. ‚Irgendwas hat losgelassen‘, teilt er. ‚Hm, dann lass es gehen‘, grinst sie. Er schaut sie kurz an dann lacht er frei und weit und die Forscherin spürt, das ist der letzte Schritt der Runde, wenn dieses Lachen sich offenbart, ist die ruhige tragende Freude am Entfalten. ‚Befreit‘, sagt er danach und seufzt nochmal wohlig. ‚Befreit, und es eröffnet neue Kraft und Energie, auch wenn der Körper vielleicht noch etwas braucht sie ganz leben zu können. Denn wir wissen beide, die Reorganisation folgt manchmal etwas verzögert, manchmal etwas weniger tief, doch sie kommt‘, bringt sie es zügig in die Realität. ‚Ja, doch meine Zuhausestille trägt es mit Würde und Liebe, ich werde mir dann den Raum geben, diese Reorganisation ablaufen zu lassen, in ihrem Tempo und Timing im tiefen embodied Wissen was es ist und dass die Phase ein Ende hat‘, teilt er. ‚Ja, bis die nächste Runde kommt‘, grinst sie. ‚Hahaahaa‘, sagt er etwas trocken. ‚So ist der Lauf der Dinge, wenn ich Wachstum lebe als Mensch‘, lächelt sie ihn an. ‚Ich weiss, seufzt er tief. ‚Und wir sind nun mal lebendige Wesen‘, legt sie ihre Hand auf ihr Herzbereich. ‚Faszination Leben‘, lächelt er und seine embodied Ruhe beginnt zu entfalten. ‚Verweilen?‘, lädt sie ihn ein. ‚Ja, verweilen, danke für die Einladung‘, legt er seine Hand auf sein Herzbereich und spürt die Wärme. ‚Komm wir gehen weiter‘, nimmt sie seine freie Hand und sie laufen weiter. Verweilend, geborgen getragen aus sich selbst und im gemeinsamen Raum.
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