~ Gereifte Weite ~
Lebendigkeitspunkte
Die Forscherin und der gute Freund sind mit seinen Eltern bei ihren Eltern angekommen. ‚Dieser Wald‘, seufzt Annabel sichtlich erholt. ‚Ja er ist magisch‘, bestätigt die Forscherin. ‚Und du hast hier gewohnt!‘, ist Annabel erstaunt. ‚Ja, das habe ich‘, lächelt die Forscherin sie an. ‚Deine Magie‘, lächelt Annabel sie an. ‚Hm‘, ist ihre Antwort und der gute Freund legt einen Arm und die Forscherin. ‚Herzlich Willkommen!‘, geht die Tür auf und Frieda begrüßt sie. ‚Wie schön, dass ihr hier seid‘, tritt Artur hinter seiner Frau aus der Tür. ‚Danke für die Einladung, was ein magischer Ort zu wohnen‘, ist Annabel begeistert. ‚Ja, es hat was, doch nicht immer ist es magisch‘, sagt Frieda etwas trocken. ‚Bei Sturm ist es eher etwas unberechenbar‘, meint Artur. ‚Oh, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht!‘, antwortet Annabel. ‚Doch bis jetzt seid ihr unbeschadet davongekommen?‘, will Leo wissen. ‚Ja, sind wir erstaunlicherweise!‘, lacht Frieda überrascht feststellend. ‚Die Bäume meinen es gut mit uns‘, macht Artur allen ein Petzauge. ‚Das ist gut‘, antwortet Leo. ‚Kommt rein‘, führt Frieda sie hinein. Im Wohnzimmer angekommen fühlt sich Annabel gleich behaglich geborgen. ‚Schön gemütlich habt ihr es, erinnert mich an unser Haus‘, lächelt sie ihren Mann an. ‚Ja, es ist auch aus Holz gebaut‘, neckt Leo sie. Sie schaut ihn erst etwas streng an, dann lacht sie und schüttelt den Kopf. ‚Entschuldigt, doch Leo neigt zu sehr trockenem Humor‘, erklärt Annabel. Frieda nickt ihr lächelnd zu. ‚Ich habe Tee gemacht, wer möchte?‘, lädt Frieda ein. ‚Sehr gerne, er durftet herrlich‘, meint Annabel. ‚Kräuter aus dem Wald‘, teilt Frieda. Annabel probiert und spürt eine innere Wärme ausbreiten. ‚Sehr lecker‘, seufzt sie und lächelt Frieda an. ‚Wohnt ihr schon lange hier?‘, will Leo wissen. ‚Ja, seit wir verheiratet sind. Es wurde jemand gesucht, der dieses Haus übernimmt und auf den Wald achtgibt‘, antwortet Artur. ‚Meine Frau war sofort begeistert, ich habe erst etwas gebraucht, bis ich mein Ja in mir stehen hatte, doch ich habe es nicht bereut‘, antwortet Artur. ‚Hm, das ist auch keine einfache Wahl so allein im Wald‘, meint Leo. ‚Naja, das war es nicht. Doch der Wald hatte mich etwas in Ehrfurcht gebracht‘, lacht Artur menschlich ehrlich. ‚Oh!‘, ist Leo überrascht. ‚Er lässt nicht zu, Selbstverantwortung schleifen zu lassen‘, grinst Artur breit. ‚Ah!‘, versteht Leo. Er kennt das, sie wohnen auch in der Wildnis. ‚Lebendigkeitspunkte‘, sagt Annabel. ‚Lebendigkeitspunkte?‘, will Frieda genauer wissen. ‚Ja, diese Punkte, wo die Selbstverantwortung herausgefordert wird‘, setzt sie fort. ‚Aha, das klingt interessant, sprich ruhig weiter‘, ermutigt sie Frieda. ‚Wir wohnen auch in der Wildnis, Leo ist ein bekennender Einzelgänger und naja ich wohl auch, sonst hätten wir uns nicht gefunden‘, lacht sie und schaut ihren Mann liebevoll an. ‚Anfangs war das etwas herausfordernd. Leo liebt seine äußere Weite, ich liebe meine innere, die äußere ist mir nicht so wichtig‘, pausiert sie. ‚Ja und das hält nun mal lebendig!‘, lacht Leo und lächelt seine Frau liebevoll an. ‚Jetzt ergibt das Sinn!‘, platzt der gute Freund heraus. ‚Was?‘, will sein Vater wissen. ‚Dieses innere Ziehen in die Weite!‘, antwortet er weiterhin verblüfft. ‚Hm‘, überlegt seine Mutter. ‚Ich wusste nicht, dass es so tief an dich ging‘, stellt Leo fest. ‚Leo, du überrascht mich zunehmend mehr‘, schaut ihn seine Frau an. ‚Warum?‘, reden sie wie sonst auch miteinander, unverblümt und direkt. ‚Mama! Papa!‘, meint der gute Freund. ‚Alles gut mein guter Freund‘, legt Frieda eine Hand auf sein Bein. ‚Okay, so sind sie nun mal‘, ergibt sich der gute Freund und lässt den Dingen ihren Lauf. ‚Lebendigkeitsraum‘, lächelt die Forscherin und schaut in die Runde. ‚Ja!‘, ertönt es von Leo und Annabel. ‚Und wie habt ihr das mit der Weite dann gelöst?‘, will Frieda nun doch wissen. ‚Wir haben gelernt, dass die Weite, egal welche Form keine Bedrohung ist, sondern das ist, was jeder von uns braucht, damit unser Raum lebendig ist und bleibt‘, seufzt Annabel sanft und etwas wird ganz weit im Raum. ‚Hm, wie schön‘, nickt ihr Frieda zu. ‚Doch war da keine Angst? Einer kommt nicht mehr zurück?‘, fragt Artur. ‚Das war ein längerer Lernprozess‘, gibt Annabel zu. ‚Ich liebe in Verbindung sein, Leo ist das manchmal nicht so wichtig, je nachdem, was ihn innerlich beschäftigt. Das zu erkennen, dass es nicht gegen unseren Raum oder gegen unsere Verbindung ist, war in mir ein Lernprozess. Ich habe gelernt mir selbst zu vertrauen und meinem Weg. Und mit der Zeit hat es sich freudvoll guttuend eingependelt‘, lächelt sie Leo an. ‚Du meinst du hast gelernt im Ungewissen einfach zu sein, und diesen Schmerz des Nichtwissens einfach ans Leben abgegeben?‘, fragt Frieda nach. ‚Hm, ich habe meine innere Zuhausestille gefunden, Frieda‘, ist ihre Antwort. ‚Ja, das trägt‘, bestätigt Frieda. ‚Das klingt nach einem längeren Prozess‘, kann die Forscherin als Resonanz in ihrem Körper spüren. ‚Ja, das war es und es war gut so. Ich bin kein Mensch, der klammert, ich möchte auch nicht umklammert werden‘, seufzt sie. ‚Und wie war das für dich Leo?‘, will Artur wissen. ‚Bis ich das mal gemerkt habe, gabs schon einige Momente, die waren für Annabel wohl sehr herausfordernd, doch ich hatte da nicht den Fokus drauf. Allerdings hat sie mir unbewusst gewählt eine Lektion erteilt. Danach war klar, wie sie sich dabei wohl gefühlt hat. Seitdem hat sich mein Weite-leben verändert. Ich habe es bewusst so gewählt. Ich lebe sie und bleibe in der Verbindung. Ein längerer Lernprozess für mich‘, grinst er schelmisch. ‚Verrätst du uns, was es war?‘, lässt Artur nicht locker, er findet es sehr interessant solche Erfahrungen zu hören. ‚Sollen wir gemeinsam?‘, lädt Leo seine Frau ein. ‚Gerne‘, nickt sie ihm zu und ein Moment von tiefer Fürsorge ist im Raum deutlich spürbar, es jagt dem guten Freund eine Gänsehaut über seinen Körper, so berührt es ihn. Diese tiefe Fürsorge geht sofort in die Resonanz mit ihm und er schaut intuitiv die Forscherin an. Sie spürt seinen Blick und lächelt ihn liebevoll an. ‚Gut, wer beginnt?‘, will Annabel wissen. ‚Beginn du‘, lässt Leo seiner Frau den Anfang. ‚Es war ziemlich am Anfang unserer Verbindung, wir sind erst in das Haus in der Wildnis eingezogen. Leo ist gern auf Streifzüge und selten wusste ich, wo er war, anfangs hat es mich sehr verunsichert und gleichzeitig konnte ich dieses Bedürfnis verstehen, zumal ich lange meine Wege für mich gegangen bin. Doch mit der Zeit wurde ein Teil in mir traurig, dass er weg ist, ohne was zu sagen, ein anderer Teil erinnert mich an diese innere Freiheit, die unsere Verbindung so kraftvoll hat sein lassen. Ich habe nichts gesagt, weil ich dachte es würde ihn in seiner Freiheit einschränken und der Schmerz war einfach da. Doch er nahm zu, je tiefer unsere Verbindung wurde. Meine Weite hat nicht mehr dieses Einzelgängersein gebraucht, sie wollte was anderes, ich habe es nur sehr lange unterdrückt oder verdrängt. Ich wollte das gemeinsam in der Weite sein können, ohne Verbindungsverlust‘, pausiert sie. Eine angenehme Stille entsteht und Leo übernimmt intuitiv, sie nickt ihn liebevoll lächelnd zu. ‚Ja, mein Einzelgängersein war schon sehr stark ausgeprägt, vorgeprägt. Ich konnte einfach besser in meiner Kraft bleiben und wieder zurückkommen, wenn ich allein unterwegs war. Vielleicht habe ich auch die äußere Weite genutzt, um meine noch nicht ganz entfaltete innere Weite zu kompensieren. Im Rückblick kann ich es nur so benennen. Innere Spannungen haben mich schnell in Bewegung gebracht, in die Weite. Wie praktisch, dass ich die Natur gleich vor der Haustür hatte, doch mir war nicht klar, dass ich damit auch eine Wirkung auf Annabel hatte. Sie war keine Frau die Nähe eingefordert hat, sie hat mir meine Weite gelassen, sie hat selbst ihre Weite, die sie gelebt hatte, nur eben etwas anders‘, schaut er seine Frau verschmitzt an. Er setzt fort: ‚Ich habe gespürt, dass sich in unserem Raum was verändert und dachte, das sei nun mal so. Doch etwas wurde weniger frei, wie es sonst war. Meine Weite fühlte sich auch nicht mehr so erfüllend an in der Wildnis. Statt darüber offen zu sprechen, gab es ständig Streitereien und Annabel war dann irgendwann an dem Punkt, wo sie ihre äußere Weite aus innerer Not aufsuchte, weil ihre innere Weite von meinem Wegrennen so gefordert war. Es war ein Wegrennen nicht vor Annabel, sondern vor mir selbst‘, seufzt Leo. ‚Hm‘, nickt ihm Artur ermutigend zu. Er spürt die Resonanz in seinem Körper. ‚Was soll ich sagen, nach einem heftigen Streit war sie weg, ohne was zu sagen, gar nicht ihre Art. Sie liebt Transparenz über alles, teilt ihre Schritte, was sie innerlich bewegt, und das gab mir eine neue Art von Sicherheit, die ich nicht zu schätzen wusste, bis an dem Tag‘, pausiert er etwas und sucht den Blick mit Annabel, sie nickt ihm ermutigend zu. Er atmet tief ein und setzt fort: ‚Nun ja, sie war weg und ich konnte kein Zeichen entdecken oder hatte keine Orientierung mehr was gerade ist. Mein Körper hat Schmerzen präsentiert, die waren in die kniezwingend. Mein Herz zog sich zusammen und ich konnte mich nur noch hinsetzen und an dieser einen Stelle verweilen. Mein Körper verweigerte mir jegliche Bewegung. Der Schmerz war unerträglich und ich sehnte mich nach Weite, ich wollte raus in die Wildnis, doch ich konnte nicht und Annabel war auch nicht da, die mir in so einem Moment aus ihrer inneren Weite einen einladenden Raum geschenkte hätte zum sicheren Verweilen. Was ich in dem Moment nicht wusste, war, dass genau dann etwas sehr Altes in die Integration kam und dieser Schmerz vor meiner inneren Weite war. Er hat sie geschützt, es war die sicherste Wahl die ich als Kind treffen konnte. Alleinsein in der äußeren Weite.‘ ‚Wow‘, sagt Frieda ehrfürchtig berührt von Leos Offenheit und Verletzlichkeit. ‚Ja, das war ein wow Frieda, das bringt es auf den Punkt. Ich dachte ich werde den Tag nicht überleben, doch meine innere Weite hatte einen anderen Plan. Als ich mich dann auf den Boden legte und nach einer Zeit keine Kraft mehr hatte dagegen zu halten, ließ etwas in mir los und ich schloss die Augen und ließ den Prozess über mich ergehen. Es wurde langsam ruhiger und mein Körper entspannte sich zunehmend. Ich kann nicht sagen, wie lange ich dagelegen habe, dieser Schmerz des Verbindungsverlust war heftig, doch er hat mich befreit und als sich so da lag kamen mir Erinnerung an meine Kindheit. Ich sah mich als kleiner Junge in die Weite laufen, wenn meine Eltern mal wieder Spannungen hatten oder ich keine Verbindung zu ihnen gespürt hatte. Mein kleiner Körper ist dann in die Natur gelaufen, der Himmel war so weit, die Graslandschaften waren so weit und ich habe mich sicher gefühlt, geborgen, ein Gefühl von zuhause. Das dieses Muster lange unbewusst sein Eigenwesen hatte, ist mir in dem Moment klar geworden. In meiner Vorstellung ging ich auf den kleinen Jungen zu, ich, als erwachsener Mann und hielt ihm eine Hand hin. Erst schaute er mich skeptisch an, doch dann lächelt er, kam näher und griff meine Hand. Ich spürte in meinem Körper plötzlich eine tiefe Wärme, die sich langsam ausbreitete und es war ein tiefes Gefühl von zuhause sein, sicher geborgen und getragen. Meine innere Weite hat mich umhüllt und diese Sicherheit hat mich erneut so tief berührt, dass mir einfach nur die Tränen still über die Wangen gelaufen sind. Nach einer Zeit wurden die Tränen weniger, die Traurigkeit ebbte ab und der kleine Junge schaute mich an, freudestrahlend und so lebendig, ich konnte gar nicht anders als ihn liebevoll anlächeln. Da wusste ich, er vertraut mir. Ein Geräusch erfasste dann meine Aufmerksamkeit und ich öffnete meine Augen‘, pausiert Leo und er schaut in tief berührte Gesichter. ‚Das Geräusch war ich‘, übernimmt Annabel und hält den Blick mit ihrem Mann, sie spürt, er braucht das jetzt, es bewegt ihn weiterhin noch. ‚Ich habe mir eine Auszeit genommen, so verunsichert war ich, dass ich sonst normal nicht bin und meine Weite hat mir zu verstehen gegeben es braucht eine andere Form von Weite. Diese Einzelgängerweite hat ihre Grenze erreicht oder besser sie hat eingeladen in eine gereiftere Form zu entfalten‘, lächelt sie sanft warm. ‚Ich kam zur Tür herein und da lag er auf dem Boden. Ein Schock durchfuhr mich und ich dachte er sei körperlich verletzt. Sofort rannte ich zu ihm und da schaute er mich mit seinen feuchten Augen an, die eine neue Tiefe offenbarte, dass es mir sofort das Atmen ins Stocken brachte aus Berührung. Ich setzte mich auf den Boden und konnte kein Wort sagen, mein Körper nahm wahr was ist, Worte hatten keinen Raum. Ich war ein Lebendigkeitspunkt in diesem Moment‘, macht sie eine kurze Pause und Leo übernimmt erneut. ‚Sie saß vor mir und war in meinem Körper sofort präsent, dass ich meine Weite so nicht weiterleben kann und möchte. Diese neue Form von Weite in mir wollte was anderes leben. Annabel hatte keine Worte für das, was ich da auf dem Boden war und vermutlich hätte ich sie umgekehrt auch nicht gehabt. Ihr Körper übernahm wortlos und ihre Hand berührte mein Herzbereich, sie war leicht ausgekühlt und mein Körper zuckte kurz, doch dann entstand eine Wärme, die so gut tat, sie umhüllt mich ganz und diese Sicherheit zwischen uns schenkte mir sofort diesen gewohnten geborgenen getragenen Raum. Ihre Liebe für mein Wesen war sehr präsent. Ihre liebevolle Fürsorge körperlich spürbar und ihr tiefes intuitives Verstehen. Es brauchte keine Worte, dennoch wollte ich es aussprechen, ich musste es in den Ausdruck bringen, mein Körper wollte nichts mehr zurückhalten an diesem Tag‘, pausiert Leo. ‚Wow‘, sagt nun der gute Freund und die Forscherin lächelt ihn tief warm an. ‚Ich habe dann meine Hand auf ihre gelegt und sie näher gezogen, sie legte sich neben mich, so lagen wir auf dem Boden und schauten uns einfach nur an. Tief berührt ohne Worte, unsere Körper haben übernommen. Dann sagte ich zu ihr, dass ich meine Weite nicht mehr so leben kann wie ich es bisher einfach selbstverständlich getan hatte. Ihr liefen die Tränen der Berührtheit über die Wangen und sie sagte leise mit brüchiger Stimme, sie auch nicht ihre. Dann weinten wir beide und plötzlich entstand ein Lachen und eine Freude breitete sich aus‘, wird Leo still und schaut seine Frau an. Dieser Moment gehört den beiden und keiner wagt etwas zu sagen. ‚Ich meinte dann irgendwann, dass meine Weite das genauso sieht und ob ich seine Weite einladen kann zu etwas neuem, gereiften‘, lächelt Annabel tief berührt. ‚Ja, und ich habe einfach ja gesagt, denn mein Körper hat mir klar verstehen gegeben, es ist Zeit für diese Form von Weite, wo Verbindung nicht brechen muss, auf keiner Seite‘, lächelt Leo tief zufrieden. ‚Hm‘, fließt es aus der Forscherin. ‚Ja, das ist wirklich eine tief berührende Erfahrung, vielen lieben Dank für deine Offenheit und geteilte Verletzlichkeit‘, anerkennt Frieda seinen Mut. Er nickt ihr lächelnd zu. ‚Und wie hat sich eure Weite dann geformt?‘ will der gute Freund wissen. ‚Es war einfach das, aus unseren Körpern‘, kann Leo es nicht in Worte fassen und schaut seine Frau hilfesuchend an. Sie lächelt und schaut dann ihren Sohn an: ‚Spürst du eine Resonanz?‘ Etwas überrumpelt antwortet der gute Freund dann seine Resonanz spürend: ‚Ja‘, antwortet er. ‚Dann lass deine Antwort formen‘, lächelt seine Mutter. ‚Hm‘, lächelt er zurück und er schaut die Forscherin an, der Moment im Wald kommt ihm, wo sie mit beiden Armen weit gestreckt ganz nah sind und sich aus diesem Verweilen dann natürlicherweise dieses geborgen umarmte Nahsein ergeben hat. ‚Danke Leo‘, bedankt sich auch die Forscherin. ‚Ich schließe mich an, was eine berührende tiefgehende Erfahrung‘, legt Artur eine Hand auf die Schulter von Leo. ‚Ja, das war es und es hat unsere Verbindung befreit‘, lächelt er. ‚Logischerweise ein Paradox, doch auf Körperebene eine Stimmigkeit‘, grinst Artur wissend. Dann beginnen beide Väter zu lachen. ‚Ihr versteht euch, wie ich sehe‘, lacht nun auch Frieda. ‚Ja, offenbar‘, lachen beide weiter und das Lachen ist wie eine Befreiung. Dem guten Freund läuft eine Gänsehaut über seinen Körper, so verletzlich hat er seine Eltern noch nicht erfahren und es macht was mit ihm. Er kann ihren Weg jetzt besser verstehen und auch seinen. Denn er kennt dieses Ziehen in die Weite, warum ist er Segeln? Das die Forscherin ihm diese Einladung zur Verbindung geschenkt und er angenommen hat, beruht auf dieser Erfahrung seiner Eltern. ‚Danke‘, steht der gute Freund auf und geht erst auf seinen Vater zu, dieser erhebt sich und sie umarmen sich, dann geht der gute Freund auf seine Mutter zu und umarmt sie ebenfalls. ‚Und jetzt mein Jung, gehe deinen Weg‘, ermutigt ihn seinen Vater. ‚Ja, das tu ich‘, nickt der gute Freund. ‚Ich weiss‘, zwinkert ihm sein Vater tief wissend zu. ‚Was hält ihr von etwas Bewegung im Wald‘, lädt Frieda ein, sie spürt es braucht gerade diese Waldkraft. ‚Sehr gerne, ich möchte euren Wald kennenlernen‘, nimmt Leo sofort an, seine innere Weite könnte jetzt etwas Bewegung gebrauchen. Sie trinken ihren Tee aus und gehen nach draußen.
Die Eltern laufen weiter vorne, die Forscherin und der gute Freund halten etwas Abstand. ‚Lebendigkeitspunkte‘, sagt die Forscherin. ‚Bewegend‘, ist seine Antwort. ‚Essenz daraus?‘, fragt sie. ‚Zusammen?‘, bietet er ihr an. ‚Gerne‘, lächelt sie und sucht seine Hand. ‚Hm, Verbindung bewusst gewählt‘, lächelt er sie liebevoll an. ‚Ja‘, lächelt sie zurück. ‚Das ist keine Lebendigkeit wie sie allgemein verstanden wird‘, stellt er fest. ‚Nein, es ist eher an diesen Punkten wach ruhig zu sein und wahrzunehmen, was in die Präsenz kommt. Kipppunkte oder Schmerz oder das, was nun mal piekst‘, ergänzt sie. ‚Ja, wach im Moment, offen interessiert wahrnehmend und nicht vorschnell dieses etwas unangenehme Sein zu lösen oder zu wandeln‘, teilt er. ‚Ja, es ist dieses offen sein, getragen aus der eigenen inneren Zuhausestille, die das umhüllt was da ist‘, lächelt die Forscherin. ‚Das, was da in die Präsenz möchte, einen sicher genügenden Raum zu schenken, damit erkannt werden kann was ist, was es braucht und was entfalten möchte‘, meint er. ‚Ja, entfalten…..hm……das ist Lebendigkeit‘, seufzt sie tief. ‚Lebendigkeit ist Entfalten….das passt so gar nicht in eine gedachte Logik‘, lacht er befreit. ‚Ja‘, stimmt sie ein. ‚Doch auf Körperebene tut es das sehr tief stimmig‘, lächelt sie ihn liebevoll an. Er atmet tief aus und sagt: ‚Ja, das tut es.‘ ‚Unsere Weite hat auch diese geborgene guttuende Nähe entfaltet, wir haben sie entfalten lassen, unsere Arme und Hände haben keine Handlung gelebt es zu erschaffen, es hat sich einfach entfaltet und unsere Arme sind dann in Bewegung gefolgt, in eine warme sanfte Umarmung‘, überträgt sie es in ihren Raum. ‚Wow, ja, stimmt!‘, ist er erstaunt. ‚Wir haben unseren Weg schon gefunden….‘, stellt er überrascht fest. ‚Ohne Schmerz‘, lächelt sie. ‚Hm‘, schaut er sie warm an. ‚Kein bisschen?‘, will er wissen. ‚Nein‘, bekennt sie. ‚Interessant, das ist auf Wesensebene‘, grinst er sie an. ‚Ja, es ist Wesensebene, wenn dort sie Verbindung einmal ist, wird auch manche Weite nichts daran ändern‘, seufzt sie. ‚Ich habe auch nicht vor, vor mir selbst zu flüchten‘, macht er ihr ein Petzauge. Sie lacht und neckt ihn liebevoll: ‚Nicht?‘ ‚Nein, eindeutig nein‘, bleibt er stehen, hält sie an und wartet bis sie sich ganz vor ihn gestellt hat. Er hebt den Arm, wo ihre Hände verbunden sind und sie weiss was jetzt folgt. Sie hebt ihren freien Arm und er folgt, sucht ihre Hände und geht noch ein Stück näher auf sie zu. Sie spüren beide bewusst ihre inneren Weiten und wie sie beide in Verbindung sind. Ein tiefes Ausatmen entweicht der Forscherin und sie spürt, es ist noch nicht ganz der Moment in diese warme liebevolle Umarmung zu entfalten. Doch dann, führt er die Arme nach unten, löst ihre Hände und umarmt sie sanft am Rücken. Sie folgt ihm und sie schauen sich nur an. ‚Danke‘, sagt er leise und sie lächelt als Antwort. ‚Meine Weite liebt das Verbinden mit deiner und fragt ob deine Weite meine Einladung annimmt‘, sagt er sanft. Die Forscherin spürt ein leichtes Zittern in ihr und sie nickt still. ‚Ist dir kalt?‘, will er sofort wissen. ‚Nein, mein Körper antwortet auf seine Weise‘, antwortet sie. ‚Hm‘, berührt es den guten Freund sofort, da sein Körper nachzieht. ‚Geborgen getragen warm umhüllt in der Geborgenheit der Bäume, tief verwurzelt und auf einem tragenden Netz stehend. Sinnbild für unsere Verbindung?‘, lässt er die Worte fließen. ‚Hm, das ist ein schönes Bild. Ja unsere Verbindung‘, bestätigt sie. ‚Hm‘, sagt er und küsst sie.
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~ Einladung zur gereiften Weite 💗💓~


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