~ Tiefe Reflektionen ~

 


 

Tiefe Reflektionen

Sie kommen an den Abschnitt, der von Felsen abgelöst wird. ‚Oh, wie schön‘, ist Lea begeistert. Sie führt Funke auf den Pfad zum Plateau der Felsen und hält an der Klippe nach unten an. Dort steigt sie vom Pferd und lässt Funke grasen. ‚Was für eine wunderschöne Insel‘, seufzt sie tief. Udin gesellt sich neben sie und legt einen Arm um ihren unteren Rücken. ‚Ja, das ist sie‘, sagt er sanft. Der Schöpfer lässt ihnen etwas Raum, ihn treiben einige Fragen um und er wartet, bis der passende Moment sich ergibt um zu fragen. ‚Mein Sohn‘, dreht sie sich halb um und streckt ihren freien Arm aus, lädt ihn ein in die gemeinsame Umarmung zu kommen. Der Schöpfer lächelt, atme tief aus und nimmt die Einladung seiner Mutter an. ‚Wie schön euch zwei so nah zu fühlen‘, lächelt sie und schaut erst ihren Sohn, dann ihren Mann an. ‚Danke für alles Lea‘, ist Udin plötzlich tief berührt. Ihre Antwort ist ein sanftes warmes liebevolles Lächeln und ihr Inneres geht in einen tiefen embodied Frieden. Sie spürt all das mutige Wagen, das Wagen ihren Rhyhtmus phasenweise zu verändern trotz Nichtwissen ob Udin mitgeht oder in sich seinen Weg findet, hat sich gelohnt, das wird ihr ganz präsent bewusst in diesem Moment. ‚Danke für eure Liebe‘, leg sie nun ihre Arme um beide und hält sie warm geborgen. Dem Schöpfer läuft eine Gänsehaut über den ganzen Körper und etwas wird ganz verletzlich sanft in ihm. ‚Es darf sein‘, hört er seine Mutter sagen. Sie löst den Arm von Udin und umarmt ihren Sohn. Dieser kann nicht anders als dieser Verletzlichkeit Raum zu geben. Still laufen ein paar Tränen über seine Wangen. ‚Es ist okay, es darf sein‘, sagt Lea sanft und spürt ihren so kraftvoll sanften Sohn in ihren Armen. Sie sieht den kleinen Jungen vor sich, wie er die Welt entdeckt hat, all die Situationen, die ihn zutiefst gefordert haben, doch sie hat ihn seinen Weg gehen gelassen. Sie war einfach nur in ihrer tiefen Liebe für ihn da. Der Schöpfer atmet tief aus und hebt den Kopf, um seine Mutter ansehen zu können. Das Lächeln, das sie nun wahrnimmt, ist zutiefst gereift und sie spürt intuitiv er ist bereit für den nächsten Schritt mit der Schöpferin – embodied Ruhe wird ganz in die Entfaltung finden und sie werden sich beide gegenseitig liebevoll geborgen getragen hinführen. ‚Geh den Weg‘, löst Lea sich vom Schöpfer und streicht ihm noch eine Träne aus dem Gesicht. ‚Danke Mama‘, ist das Einzige, was er sagen kann. ‚Immer wieder gerne, solange ich das noch kann‘, lächelt sie in sich ruhend und diese Ruhe umhüllt den Schöpfer ganz bis in die kleinsten tiefsten Ritze seines Menschseins. Die Schöpferin huscht im durchs Sein und er kann erkennen, sie trägt diese tiefe warme Ruhe in sich. Sein Körper beginnt eine Lebendigkeit zu präsentieren und in dem Moment versteht er: er wird diesen Weg mit der Schöpfer gehen – in ihrer beider embodied Ruhe. ‚Wow‘, sagt er lange ausatmend und schaut aufs Meer. ‚Tief berührend‘, sagt sein Vater ruhig. ‚Hm‘, nickt der Schöpfer. ‚Darf ich euch mal was fragen?‘, dreht er sich zu seinen Eltern, die Arm in Arm zusammenstehen. ‚Gerne‘, nickt Lea ihm zu. ‚Hattest du keine Angst, wenn du den Raum erweitert hast, Vater kommt nicht mit?‘, ist er direkt. Es entsteht eine kurze Stille und Lea spürt in ihren Körper. Natürlich hatte sie das, vielleicht nicht direkt Angst, doch es war schon oft ein Unwissen dabei ein mutiges Wagen, und darauf zu vertrauen er nimmt die Einladung an. Was sie jedes Mal waren, tief embodied intuitiv geführte Einladungen, die aus ihrem gemeinsamen Raum entstanden sind. Ohne den Raum von Udin hätte sie das gar nicht entfalten können. ‚Ich würde es nicht Angst nennen‘, beginnt sie langsam und lässt die Worte bewusst achtsam formen. ‚Es war eher ein Unbehagen und Nichtwissen, ob Udin die Einladung versteht und annehmen wird, doch da war dieses unerschütterliche Wegvertrauen aus mir. Diese Raumerweiterungen waren ja nicht von irgendwo hergeholt, sondern entstanden in unserem gemeinsamen Raum. Ohne den Raum von Udin hätte ich das gar nicht entfalten können, wenn du verstehst, was ich damit ausdrücken möchte‘, schaut sie ihren Sohn warm an. Der Schöpfer nickt und wartet auf seine innere Resonanz. Es ist tief stimmig und er kann diese Bewegung auch im Raum mit der Schöpferin erkennen. ‚Danke, ja ich verstehe, was du ausdrückst‘, antwortet er dann. ‚Wieviel Mut braucht das?‘, will er dann noch wissen. ‚Sehr viel mein lieber Schöpfer‘, beteiligt sich Udin an der Unterhaltung. ‚Ja, das kann ich mir vorstellen‘, bestätigt der Schöpfer. ‚Es ist anders für weibliche Wesen‘ merkt sein Vater an. ‚Ja, das ist deutlich erkennbar am Weg der Piratin, sie ist aufs weite Meer allein Segeln, um eine Chance für sich zu nutzen‘, teilt der Schöpfer. ‚Ja und warum bist du Segeln?‘, erinnert ihn seine Mutter liebevoll. Er lacht und schüttelt ungläubig den Kopf: ‚Genau aus dem gleichen Grund.‘ Ein tiefes weites Ausatmen folgt. ‚Ja, und das Leben hat dir die Chance präsentiert und du hast angenommen‘, lächelt sein Vater ihn an. ‚Ja, das habe ich und dafür bin ich zutiefst dankbar‘, breitet sich eine tiefe innere Ruhe im Schöpfer aus. ‚Das ist dir sichtlich anzusehen‘, grinst sein Vater ihn verschmitzt an. Alle drei lachen. ‚Lasst uns weiterreiten‘, wagt Lea ihre beiden männlichen Gefährten in die Bewegung zu bringen. ‚Darf ich diesmal die Führung übernehmen?‘, bittet der Schöpfer. ‚Gerne, du willst uns was zeigen, oder?‘, spürt seine Mutter wieder mehr. ‚Vielleicht‘, grinst der Schöpfer sie an und steigt auf Isabell. Diese spürt sofort sie ist an der Reihe der Führung und übernimmt. ‚Isabell ist sehr feinfühlig‘, bestätigt Lea. ‚Das ist sie und ich habe sie mir intuitiv ausgesucht, als ich mal allein ausreiten war‘, lacht der Schöfper. Isabell wiehert und alle lachen. Der Schöpfer führt seine Eltern durch die Grasebenen, teils reiten sie im Trapp, dann wieder im Galopp, so wie es sich passend ergibt in der Landschaft. Als sie weiter vorne ein kleines Haus entdecken, wird Lea innerlich sehr neugierig, denn sie spürt es hat einen sehr tiefen menschlichen Grund. ‚Wir sind gleich da, ich möchte, dass ihr jemanden kennenlernt‘, teilt der Schöpfer nun seinen Plan. ‚Oh‘, ist Lea verzückt und Udin lächelt beide nur wissend an. Am Haus angekommen hofft der Schöpfer es geht Anton und Lisa gut und der Besuch ist okay für sie. Sie steigen von den Pferden und lassen sie grasen. Der Schöpfer geht zur Haustür und klopft, doch es tut sich nichts, eine Unruhe breitet sich aus und er hofft es ist nicht schlimmes passiert. ‚Hey, da hinten höre ich Geräusche‘, merkt sein Vater an und sie gehen beide um das Haus, wo sie die Geräusche wahrnehmen. ‚Anton!‘, ruft der Schöpfer etwas lauter, da sein Gehör nicht mehr das Beste ist. Anton dreht sich überrascht um und strahlt über das ganze Gesicht. ‚Oh, Besuch!‘, legt er die Hacke weg, mit der er den Boden bearbeitet hat. ‚Schöpfer! Und wen hast du denn da mitgebracht?‘, geht er auf die dreier Gruppe zu. ‚Das sind Lea und Udin, meine Eltern. Das ist Anton‘, wendet er sich zuerst an Anton, dann an seine Eltern. ‚Hallo Anton, wie schön dich kennenzulernen‘, geht Lea langsam auf ihn zu und umarmt ihn. Udin folgt ihr und umarmt Anton zur Begrüßung. ‚Kommt‘, geht er langsam gebeugt Richtung Haus, öffnet die Tür und ruft laut: ‚Lisa! Wir haben Überraschungsbesuch!‘ Sie betreten das Haus und sehen Lisa auf dem Sofa sitzend. ‚Oh, wer ist es denn?‘, will sie wissen, doch sie spürt eine Energie, die sie vor kurzem erst kennengelernt hat. ‚Der Schöpfer und noch jemand‘, sagt sie dann. ‚Wow, du erkennst mich?‘, ist der Schöpfer erstaunt. ‚Ja, so eine schöne Kraft vergisst eine Frau nicht‘, lächelt sie warm und alle lachen. ‚Meine Eltern sind zu Besuch‘, antwortet der Schöpfer. ‚Lea und Udin‘, ergänzt er noch. ‚Oh, wie schön, kommt her, ich bin leider sehr gebrechlich‘, ist Lisa direkt. ‚Lisa, du bist nicht gebrechlich, du bist so kraftvoll alt‘, korrigiert sie Anton liebevoll. Lea ist tief berührt von dieser tiefen Liebe zwischen den beiden. ‚Wie schön dich kennenzulernen Lisa‘, geht Lea auf sie zu und setzt sich neben Lisa, nimmt ihre Hände und hält sie. ‚Oh, so eine schöne Kraft‘, breitet sich ein Strahlen auf Lisas Gesicht aus. ‚Danke Lisa, das berührt mich tief‘, antwortet Lea sichtlich berührt. ‚Wie schön, dass du sie hierhergebracht hast, lieber Schöpfer‘, setzt Lisa fort. ‚Udin, richtig? Hier ist noch ein Platz‘, löst sie eine Hand auf Leas Hand und klopft auf der anderen Seite auf das Sofa. ‚Ja, Udin, und sehr gerne‘, nimmt Udin an und setzt ich langsam neben sie auf die andere Seite. Lisa hält ihre Hand hin und Udin nimmt sie. ‚Was ein schönes Paar‘, strahlt Lisa noch freudvoller. ‚Danke‘, sagt nun Udin. ‚Es freut mich wirklich sehr diese Überraschung heute erfahren zu dürfen‘, lächelt Lisa. ‚Wie gefällt euch die Insel‘, will sie wissen. ‚Oh, sie ist so wunderschön vielfältig!‘, drückt Lea ihre Begeisterung aus. ‚Hm, das stimmt‘, erinnert sich Lisa, als sie noch sehen konnte. ‚Ich kann schon länger nicht mehr sehen, doch sie ist hier in meinem Herzen weiterhin sichtbar‘, sagt Lisa. ‚Das tut mir leid‘, antwortet Lea. ‚Nein, Kindchen, das muss es nicht, das Wahre sieht man nur mit dem Herzen und das tu ich weiterhin sehr erfüllend‘, ist Lisa im Frieden mit ihren körperlichen Gebrechen. ‚Das ist bewundernswert‘, meint Lea demütig berührt. ‚Es war ein langer Weg dahin‘, seufzt Lisa ehrlich. ‚Das glaube ich‘, meint Lea. ‚Doch das Leben weiss, wie es trägt und Anton tut das so liebevoll schon seit vielen Jahren, er bleibt einfach, ohne dass ich es erwarte‘, lacht sie freudvoll. Nun lachen alle, doch diese tiefe Wahrheit geht tief in jedem von ihnen. Lea weiss wie schnell Menschen gehen, wenn ein Partner gebrechlich wird, wenn die Liebe nicht tief ist, hält sie diese Bestandsproben nicht stand und vielleicht ist das dann auch gut so. Sie atmet tief aus und schaut Udin, an, ihre unausgesprochene Frage wird durch seinen tiefen ruhigen Blick beantwortet, er wird selbst, wenn sie gebrechlich wird bleiben, ohne dass sie es erwartet. ‚Wenn Wege von zwei Menschen tiefer ins eigene Menschsein führen, haben sie langen Bestand‘, sagt Lisa wissend, was um sie herum gerade passiert. ‚Hm‘, meint Anton dazu. ‚Da ist was dran‘, nickt Udin. ‚Wir sind das beste Beispiel‘, lacht Lisa und schaut intuitiv wissend zu ihrem Mann Anton. Eine Wärme ist spürbar zwischen den beiden ohne Worte. ‚Und ich bleibe bis zum Schluss‘, erinnert Anton Lisa. ‚Danke mein Lieber, dass weiss ich tief zu schätzen‘, antwortet Lisa. ‚Wo ist die Schöpferin?‘, will Lisa wissen. Sie ist auf dem Schloss, meine Eltern wollten etwas Zeit mit mir und da kam mir auf dem Weg die Idee euch zu besuchen, ich wollte, dass ihr sie kennenlernt und meine Eltern euch‘, sagt der Schöpfer. ‚Oh, das ist wirklich eine sehr schöne Idee gewesen‘, antwortet Lisa. ‚Kann ich euch was anbieten?‘, besinnt sich Anton auf seine Gastfreundschaft. ‚Ich helfe dir‘, folgt der Schöpfer Anton in die Küche. Dort steht eine Teekanne auf der Herdplatte und er gießt den Tee in drei Tassen, zusammen tragen sie diese ins Wohnzimmer zurück. ‚Danke‘, nehmen Udin und Lea den Tee an. ‚Hm, der duftet köstlich, was ist das für ein Tee?‘, will Lea wissen. ‚Kräuter von der Umgebung‘, erklärt Lisa. ‚Hm, schmeckt köstlich‘, genießt Lea ihren Tee. ‚Das freut mich‘, antwortet Lisa. ‚Wo kommt ihr her?‘, will Lisa wissen. Udin erklärt den beiden wo die Insel ist und Anton hört genau zu. ‚Da war ich schon mal‘, sagt er dann als Udin beendet hat. ‚Wirklich?‘, ist Udin interessiert. ‚Ja, das alte Ehepaar am Leuchtturm, er ist mein Bruder‘, lacht Anton. ‚Oh, wow!‘, ist Lea überrascht. Doch es erklärt sehr sehr viel. ‚Leben sie noch?‘, will Anton sofort wissen. ‚Ja, beide sehr alt, doch sie sind das Herz des Hafens‘, antwortet Udin. ‚Oh, wie wunderschön, ich wünschte….‘, setzt Anton an, doch dann bricht er ab, die lange Reise ist viel zu lange und er möchte Lisa nicht alleinlassen. ‚Du kannst gehen, um sie nochmal zu sehen‘, bietet Lisa an. ‚Nein‘, kommt sehr entschlossen von Anton und keiner wird mehr versuchen ihn zu überzeugen. ‚Ich werde ihnen auf jeden Fall von euch berichten‘, sagt Udin. ‚Ja, bitte und ich werde was vorbereiten, wenn ihr zurücksegelt, könnt ihr es dann mitnehmen?‘, bittet Anton. ‚Ja klar, das werden wir!‘, sag Lea sofort. ‚Oh, das freut mich, vielen Dank‘, ist Anton erleichtert. Anschließend unterhalten sie sich über verschiedenes und der Schöpfer nutzt die Zeit etwas in sich hineinzuspüren. Dieser Ausritt mit seinen Eltern geht tief, war das schon immer so? Ein inneres Wundern beginnt sich zu entfalten. War das schon immer so, nur er war dafür nicht offen? Kann sein, im Prinzip ist es auch egal. Das, was jetzt ist, zählt. ‚Ich bin mal kurz draußen‘, entschuldigt er sich und die anderen nicken ihm zu, sie sind zu vertieft in das Gespräch und den Austausch. Draußen weht ihm der Wind ins Gesicht. Kraftvoll alt huscht dem Schöpfer durch den Kopf. Wie wäre es für ihn, wenn die Schöpferin erkrankt oder das hätte wie die Forscherin? Würde es etwas verändern? Diese Frage überraschen ihn, sind wir als Mensch nicht alle verletzlich und es kann zu jeder Zeit was kommen, wo keiner damit rechnet? Kann er das in ihrem Raum mittragen? Tiefe Fragen, die ihn nicht wirklich beunruhigen. So wie er die Forscherin damit erlebt hat, sie trug ihre Selbstverantwortung trotz dieser körperlichen daseienden Herausforderung, sie gab sie nicht ab, doch sie hat Fürsorge angenommen. Das ist der Unterschied, den es braucht, damit es keine Belastung wird trotz einer chronischen Geschichte. Sein Körper piekst etwas unangenehm in seinem unteren Rücken, ja die Erinnerung er spürt auch Schmerzen, auch wenn er diese nicht immer in die Präsenz holt. Sie werden alle älter, und je nach Vorerfahrung kann es sein, dass ein Körper aufgrund von zu hohem Stress adaptiert hat. Je nach Adaption schwerwiegender oder weniger schwer. Trotzdem ist der Wert des Menschen gleich, auch wenn das eine Gesellschaft so nicht sieht. Er atmet tief aus, sein Körper hat die Wahl schon getroffen, seine tiefe Liebe ebenfalls. Dennoch weiss er, wenn einer von ihnen die Selbstverantwortung abgibt, wird es schwierig. Was passiert, wenn eine Erkrankung diese Möglichkeit der Selbstverantwortung nimmt? Seine Intuition gibt ihm zu verstehen, dass es dann auch eine andere Sache ist. Eine Möwe versucht im Wind an ihm vorbeizufliegen, doch sie schafft es nicht ganz und der Schöpfer muss sich ducken, damit sie ihn nicht umhaut. Laut lachend richtet er sich wieder auf, das Leben hat gesprochen und er lacht noch mehr. Er weiss nicht, wie Wege noch werden, doch seine tiefe Liebe für die Schöpferin und ihren gemeinsamen Raum ist sehr kraftvoll und er spürt in seinem Körper diese Tragfähigkeit hätte er, wenn. Mehr braucht er nicht zu wissen im Moment. Vertrauen in den Weg und das Leben kommt ihm in den Sinn. ‚Alles okay?‘ steht plötzlich sein Vater neben ihm. ‚Naja, mir geht viel durch das Sein‘, bekennt der Schöpfer. ‚Brauchst du jemand der Raum ist?‘, bietet sein Vater an. ‚Hm, gerne‘, nimmt der Schöpfer an. ‚Was würde passieren, wenn Mama erkrankt oder kraftvoll alt wird?‘, will er von seinem Vater wissen. ‚Was soll dann passieren?‘, versteht Udin die Frage nicht. ‚Bleibst du?‘, ist der Schöpfer direkt. ‚Oh, die Frage ist direkt‘, ist Udin überrascht, darüber hat er sich noch keine Gedanken gemacht. ‚ Ja‘, dauert seine Antwort nicht lange, ohne zu überlegen, sie kam aus seinem Embodiment. ‚Hm‘, nickt ihm der Schöpfer zu. ‚Ist das ein Fragezeichen bei dir?‘, ist nun Udin direkt. ‚Nein‘, wundert sich der Schöpfer über diese prompte Antwort. ‚Na, dann sollte die Frage nun gehen dürfen‘, lächelt ihn seinen Vater an. ‚Noch was?‘, will er wissen. ‚Vorerst nicht‘, lacht der Schöpfer und fühlt sich erleichtert. ‚Mit den Jahren kommt das zunehmend ins Bewusstsein und es kann genauso mich selbst betreffen, hast du dir die Frage mal gestellt?‘, wechselt Udin die Perspektive. ‚Ja, das fühlt sich definitiv anders an‘, seufzt der Schöpfer. ‚Ja, tut es, oder?‘, lächelt ihn Udin an. ‚Wird die Schöpferin bleiben?‘, fordert Udin seinen Sohn heraus. Das sticht im Schöpfer. ‚Das sticht‘, sagt der Schöpfer. ‚Ja, das tut weh, diese Erkenntnis zuzulassen, dass wir als männliche Wesen genauso kraftvoll alt werden oder so kleine Gebrechen entwickeln‘, macht im Udin ein Petzauge. ‚Bleibt sie?‘, wiederholt der Schöpfer. ‚Frag sie, alles andere bringt nichts‘, lenkt Udin es sofort an die Stelle, wo er die Frage stellen sollte. ‚Danke‘, lächelt er seinen Vater an, doch etwas Unbehagen ist schon da, so grundehrlich darüber zu reden. ‚Das Leben ist mit euch‘, rundet Udin das Gespräch ab. ‚Ja, das Leben hat auch noch ein Wort‘, lacht der Schöpfer und Udin sagt lachend: ‚Und das nicht zu knapp.‘ Nun lachen beide, als Lea und Anton sich zu ihnen gesellen. ‚Wir wollen weiter‘, teilt Lea und der Schöpfer geht nochmal zu Lisa sich verabschieden. Er setzt sich aufs Sofa und umarmt sie, dann sagt er: ‚Bis bald Lisa.‘ Bevor er sich erheben kann, hält sie ihn an seiner Hand fest und sagt ruhig: ‚Vertrau in euren Raum, diese tiefe Liebe ist kraftvoller als du es ihr im Moment zutraust.‘ ‚Hm‘, mehr kann er nicht darauf antworten. ‚Und sag der Schöpferin ganz liebe Grüße von mir‘, sagt sie noch. ‚Danke, mach ich, vielen Dank für den Tee, bis bald‘, steht er auf und Udin geht noch mal rein, um sich von Lisa zu verabschieden. Als sie wieder auf den Pferden sitzen winkt Anton ihnen zu und bleibt so lange stehen, bis er sie nicht mehr sehen kann.

‚Was ein inspirierendes Paar‘, seufzt Lea sichtlich erfüllt von diesem Besuch. ‚Ja, es ermutigt‘, meint Udin. ‚Ja, es weiss keiner von uns, wie wir älter werden‘, zeigt sich Lea sehr menschlich. ‚Unser Menschsein macht nicht vor Adel halt‘, lächelt Udin sie liebevoll an. ‚Nein, wir sind genauso verletzlich wie andere Menschen‘, bestätigt Lea. ‚Wir reiten zurück zum Schloss‘, verkündet der Schöpfer. ‚Sehr gerne, mein Magen knurrt schon vor Hunger‘, lacht Lea, um die Atmosphäre zu weiten. Schwere Themen brauchen beides, Freude und Leichtigkeit. ‚Danke‘, sagt Udin plötzlich und der Schöpfer und seine Frau schauen ihn fragend an. ‚Für diesen tief bewegenden Ausritt und es zeigt mir, dass unser Raum tiefe Wirkung auf dich hatte‘, schaut er erst seine Frau und dann seinen Sohn an. Beide nicken dankend und eine angenehme Stille breitet sich aus. Ein Geschenk des Lebens geht dem Schöpfer durch die Gedanken, so reiten sie still bis zum Schloss zurück.

 

Und zu diesen Themen gibt es noch zwei weitere Posts, die eine tiefe Reflektion widerspiegeln, sowie meine embodied Wahl.

Und alles was noch davor gesehen werden will, darf dasein.

Ich nehme mir meine verletzlich kraftvolle Menschlichkeit nicht mehr selbst, es darf ganz dasein in mir. 

~ 💗💖💕~ 

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