~ Losgelassen - Raum für Vertrauen ~
Losgelassen
Als die beiden zurück sind am Haus sehen sie ihre
Eltern weit entfernt Richtung Schloss laufen. ‚Wie weit gehen sie noch?‘, will
der Fährtenleser wissen. ‚Gute Frage, ich vermute noch ein Stück und dann
zurück. Mein Vater zeigt gerne diesen Abschnitt, er liebt ihn und die Weite dort
haben wir selbst schon erfahren‘, lächelt sie ihn liebevoll an. ‚Ja, stimmt‘,
seufzt er und spürt etwas lässt in ihm los. ‚Irgendwas lässt in mir los‘, sagt
er. ‚Hm, in dir auch?‘, ist sie überrascht. ‚Ja‘, lächelt er sie ebenfalls liebevoll
warm an. ‚Hm‘, ist ihre Antwort. ‚Bist du neugierig, was es ist?‘, fragt er sie
freudig. ‚Wenn du so fragst‘, grinst sie ihn abenteuerlustig an. ‚Wusste ich es‘,
lacht er frei und weit. ‚Befreit?‘, will sie von ihm wissen. ‚Ja, befreit, etwas
sehr Enges, durfte in sich, kraftvoll weiten und ist jetzt da sich zu präsentieren‘,
lässt er seine Worte fließen. ‚Hm, das klingt schön und meine Resonanz ist
eindeutig‘, grinst sie weiterhin. ‚Hm‘, sagt er nun auch und lässt das in ihm
noch weiter werden. ‚Losgelassen‘, teilt sie plötzlich. ‚Losgelassen…..‘,
wiederholt er langsam und fühlt die Resonanz in seinem Körper. ‚Vertrauen‘,
teilt er dann. ‚Vertrauen, ja‘, wiederholt sie tief embodied wissend. ‚Die Spiele
der Angst haben keinen Raum mehr‘, schaut er sie tief an. ‚Die Spiele der Angst
haben keinen Raum mehr‘, sagt sie bewusst wiederholend und nickt zustimmend. ‚Wow‘,
drückt er das aus, was in seinem Körper gerade sattfindet. ‚Hm, ja‘, nickt sie
bestätigend. ‚Wir sind in unserem Raum aus uns selbst in Sicherheit getragen
und die ist mehr als nur gut genug‘, stellt er fest. ‚Ja, sie ist mehr als nur
gut genug, sie ist sehr kraftvoll trotz unserer Verletzlichkeit als Menschen‘,
antwortet sie. ‚Sie ist nur deshalb so kraftvoll, weil unsere Verletzlichkeit in
ihre Weichheit gefunden hat‘, ergänzt er. ‚Hm, das ist interessant‘, ist sie
tief berührt. ‚Ja, Verletzlichkeit wird zur Weichheit, wenn es seinen Zeitpunkt
dafür hat‘, nickt er ihr zu. ‚Einfach so‘, lächelt sie ihn an. ‚Einfach so‘,
wiederholt er und sucht ihre Hand. ‚Losgelassen ist Raum öffnen für das Leben.
Vertrauen ins Leben, selbst wenn es schwer ist‘, lässt sie nun ihre Resonanz fließen.
‚Ja, es darf alles da sein‘, fasst er es zusammen. ‚Es darf alles da sein‘,
nickt sie und sucht seine andere Hand. ‚Du weisst, was das für mich bedeutet?‘,
will sie wissen. ‚Ja ich weiss, was das für dich bedeutet und welche tiefe
innere Arbeit das war‘, spiegelt er ihr. Eine Gänsehaut überläuft die Piratin
und sie schüttelt sich etwas. ‚Es darf sein‘, ermutigt er ihren inneren
Loslassenprozess. Sie atmet tief aus und schließt die Augen. Er löst die Hände
und geht einen Schritt auf sie zu, umarmt sie und hält sie in ihrem inneren Prozess.
‚Geborgen, getragen, warum umhüllt‘, sagt sie leise in seinen Armen und nun läuft
ihm eine Gänsehaut über den Körper und er spürt, wie ihre Arme sich einen Weg
um seinen Oberkörper suchen. Beidseitig umarmend verweilen sie in diesem Sein,
geborgen getragen warm umhüllt. ‚Hey ihr beiden‘, hören sie die Stimme von
Albert. ‚Hey, Papa‘, löst sich die Piratin und schaut die Eltern an. ‚Hattet
ihr einen schönen Spaziergang?‘, will sie wissen. ‚Ja, diese Insel ist zwar
klein, aber so wunderschön vielfältig‘, ist Freja begeistert. ‚Ja, das ist sie‘,
bestätigt Elenore. ‚Kommt wir gehen in die Küche, ich mache uns einen Tee‘,
lädt Elenore alle ein. ‚Und leckere Kekse‘, erinnert die Piratin ihre Mutter. ‚Ja,
selbstverständlich‘, lacht Elenore und alle folgen ihr in die Küche. ‚Wir gehen
am besten ins Wohnzimmer, da ist mehr Platz‘, führt Albert seine Gäste dorthin.
‚Wie gemütlich!‘, ist Freja überrascht, wie groß der Raum doch wirkt im Vergleich
zu diesem kleinen Haus. ‚Die Decke nach oben ist weiter‘, erklärt Albert, der
ihr überraschtes Gesicht erkennt, diese Reaktion hatte er schon mehrfach
erfahren. ‚Schlau gebaut‘, schaut sich Alvar die Konstruktion genauer an. ‚War
Elenores Idee‘, antwortet Albert. ‚Hier‘, kommt Elenore herein und trägt ein
Tablett mit Tassen und einem Keksteller. ‚Ich hol den Tee‘, geht Albert
Richtung Küche. ‚Was ein tolles Wohnzimmer‘, sagt Freja zu Elenore. ‚Danke‘,
lächelt diese und stellt die Tassen auf dem kleinen Tisch vor dem Sofa ab. ‚Vielen
Dank für die Einladung‘, nimmt sich Alvar einen Keks und probiert. ‚Hm, sind
die lecker‘, ist er begeistert. ‚Ja mit Liebe gebacken‘, meint die Piratin und
lächelt ihre Mutter liebevoll an. ‚Hm, das schmeckt man‘, nickt Alvar Elenore
zu. ‚Ein uraltes Rezept von meiner Mutter‘, verrät sie. ‚Die sind die Besten‘,
bestätigt Freja. ‚Hier kommt der Tee‘, kommt Albert herein mit einer großen
Teekanne. Er füllt jedem in die Tasse und bringt sie dann wieder in die Küche. ‚Hm,
was sind das für Kräuter?‘, will Freja wissen. ‚Alles von unseren weiten Wiesen‘,
erklärt Freja. ‚Das Aroma ist köstlich‘, bestätigt Alvar.
‚Lasst es euch schmecken‘, lächelt Freja sichtlich zufrieden. Die Eltern
tauschen sich über ihr Leben aus, jeder an seinem Ende der Insel und der
Fährtenleser und die Piratin hören zu. Ab und zu schauen sie sich an, da sie
sich gegenübersitzen und mit jedem Blickkontakt beginnt eine Wärme tiefer und
weiter zu werden. Ein wissendes Lächeln beginnt sich auszubreiten, mit jedem
weiteren Blickkontakt. Ihre Eltern sind zu vertieft in ihr Gespräch, dass sie
etwas davon mitbekommen. Ein Satz lässt die Piratin wieder am Gespräch
teilnehmen, sie hört Freja ihre Mutter fragen, wie es war, als die Piratin
allein aufs Meer ist. Ihre Mutter schaut die Piratin an und spürt in sich hinein,
dann antwortet sie sehr ehrlich: ‚Schrecklich.‘ ‚Hm‘, meint die Piratin, denn
sie hat das noch nicht wirklich von der Perspektive betrachtet. ‚Anfangs‘,
ergänzt ihre Mutter. ‚Ich dachte meine Angst übermannt mich komplett‘, erzählt
sie weiter. Alle hören zu und die Piratin legt eine Hand auf die von ihrer Mutter.
‚Ich wusste, sie braucht diesen Weg, tief in mir war da ein Vertrauen ins Leben‘,
pausiert Elenore. ‚Und als ich endlich den Mut fand, dem Leben ganz zu vertrauen
war die Angst weg‘, seufzt sie. ‚Natürlich war das nicht von heute auf morgen,
es hat gedauert‘, ergänzt sie. ‚Ja, da verstehe ich‘, nickt ihr Freja zu. ‚Du
hattest auch Angst?‘, will der Fährtenleser wissen. ‚Ich bin Mutter, natürlich!‘,
lacht Freja und schaut ihren Sohn liebevoll an. ‚Doch junge Menschen brauchen
ihre eigenen Erfahrungen‘, meint sie noch. ‚Ja, das brauchen sie‘, nickt Alvar
allen zu. ‚Wow‘, spürt der Fährtenleser einen Schmerz. ‚Das tut mir leid, dass
ich dir solche Sorgen gemacht habe‘, wendet er sich an seine Mutter. ‚Nein,
nein, das brauchst du nicht, das ist Elternsein, mein lieber Sohn, es ist Teil
davon und das Leben zeigt gleichzeitig, es ist da, wenn ich es lasse‘, nimmt
sie dem Fährtenleser den Schmerz. ‚Und der Schmerz ist Teil davon?‘, sagt er
mehr tief wissend wie fragend. ‚Ja, er ist immer Teil davon‘, bestätigt ihm
sein Vater. ‚Du auch?‘, will nun der Fährenleser wissen. ‚Wer nicht?‘, fragt
Albert in die Runde. ‚Sobald wir Kinder haben, wird alles anders‘, erinnert
Elenore. ‚Ja, das wird es‘, nickt Freja. ‚Wow, diese Perspektive ist interessant‘,
seufzt der Fährtenleser. Die Eltern lachen und Alvar legt seinem Sohn einen Arm
um den Rücken. ‚Und es geht weiter seinen Weg‘, meint er zu ihm. ‚Ja das tut es‘,
antwortet der Fährtenleser. ‚Vertraut ihr dem Leben?‘, will Freja von der Piratin
und dem Fährtenleser wissen. Beide schauen sich schmunzelnd an und sagen
gleichzeitig ohne abgesprochen ‚JA!‘ ‚Oh! Das ist eindeutig‘, lacht nun auch
Freja und die anderen schließen sich an. ‚Es ist wunderschön zu zusehen, wie
meine Tochter ihr würdevolles Menschsein entfaltet‘, seufzt Albert. ‚Ja, das
ist es‘, bestätigt ihm seine Frau. ‚Danke, Mama und Papa‘, ist die Piratin sichtlich
berührt. Beide nicken ihr zu. ‚Wir können wirklich stolz auf unsere Kinder sein‘,
meint Alvar. ‚Ja, das können wir‘, bestätigt Albert. ‚Danke, danke, jetzt ist
es mal genug mit dem ganzen Lob‘, witzelt der Fährtenleser. ‚Das mit dem
Annehmen darfst du noch etwas lernen‘, neckt ihn sein Vater und alle lachen. ‚Hm,
vielleicht‘, gibt der Fährtenleser offen zu. ‚Geht euren Weg weiter, in euch
selbst und den Gemeinsamen‘, ermutigt sie Freja. ‚Danke‘, nickt die Piratin ihr
zu, der Fährtenleser nickt seiner Mutter liebevoll zu. ‚Und ich freue mich euch
bald wieder auf dem Leuchtturm begrüßen zu dürfen mit euch Albert und Elenore‘,
lädt Freja sie ein. ‚Sehr gerne‘, ist Elenore sichtlich erfreut. ‚Lasst uns
doch alle nachher in die Stadt laufen, über den Waldweg und dann was essen
gehen‘, lädt Albert seine Gäste ein. ‚Sehr gerne‘, nimmt Alvar an und seine Frau
nickt. ‚Das ist eine gute Idee‘, schaut Elenore ihren Mann an. ‚Gut, dann lasst
uns den Tee austrinken und losgehen, so haben wir genug Zeit‘, beschließt
Albert.
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