~ Freude der Verbindung ~

 














 Fortsetzung......

 

Raumvertrauen

Die Schöpferin ist müde, das spürt der Schöpfer neben ihr, doch sie sagt nichts. Am liebsten hätte er sie in den Arm genommen und einen schützenden Raum um sie gebildet, doch er weiss es hat noch nicht seine Zeit. ‚Das Boot ist sooooo groß!‘ ist Hannes total begeistert von dem Schiff seiner Eltern. ‚Größer als das vom Schöpfer‘, will Rosa wissen. ‚Ja!‘, leuchten die Augen von Hannes. ‚Naja, nicht viel, aber etwas‘, mildert Udin ab. ‚Für Hannes ist es größer‘, lenkt Lea liebevoll ein und lächelt Hannes wohlwollend zu. Sie hat diesen Jungen und seine Schwestern sofort in ihr Herz geschlossen, sie haben eine so erfrischende authentische Art, was bei Kindern mit zunehmendem Alter weniger wird, je stärker die Sozialisierung greift. ‚Was macht ihr denn gerne in eurer Freizeit?‘, schaut Lea die drei fragend an. ‚Ich mal gerne und treffe mich mit Freunden‘, teilt Adele. ‚Ich spiele auch sehr gerne mit meinem Freunden, vor allem Fußball‘, vermeldet Hannes freudig. ‚Ich lese gerne und treffe mich auch mit Freundinnen‘, sagt Rosa. ‚Das klingt gut. Udin, in den Ferien laden wir sie ein, oder?‘, schaut sie Udin an. ‚Sehr gerne, ihr kommt einfach mal zu uns auf die Insel‘, ist Udin sichtlich erfreut über diese Idee, im Prinzip sind sie ja fast wie seine Enkel. ‚Oh ja!!!‘, ist Hannes Feuer und Flamme. ‚Sehr gerne‘, ist Adele sichtlich berührt von der Einladung, sie hat die Insel noch nie verlassen. ‚Wow, echt?‘, ist Rosa etwas baff. ‚Ja unbedingt!‘, bestärkt Lea. ‚Wann gibt’s Ferien?‘, fragt Hannes und alle fangen an zu lachen. ‚Schlaues Bürschen, das ist eine sehr gute Frage‘, lächelt ihm Udin zu. ‚Das dauert noch etwas‘, nimmt Adele ihm etwas die Freude. ‚Oh schade‘, ist Hannes etwas enttäuscht, doch es hält nicht lange. ‚Ich habe Hunger!‘ verkündet er als nächstes und Nilson beschließt das Buffet zu eröffnen. ‚Endlich‘, springt Hannes auf und läuft als erster zum Essen. ‚So lebendig‘, lächelt Lea die Schöpferin und den Schöpfer an. ‚Ja‘, nickt die Schöpferin. ‚Du bist müde?‘, will Lea von ihr direkt wissen. ‚Ja, irgendwie schon‘, lächelt sie. ‚Es darf sein, liebe Schöpferin, das ist normal, wenn die eigene tiefe Liebe endlich ganz frei da sein darf in einem selbst‘, teilt Lea mit ihr. ‚Danke Lea für deine Worte und den Raum zum sein‘, ist die Schöpferin erneut berührt. Nacheinander stehen sie auf und bedienen sich am Essen. ‚Was ist das vorhin gewesen mit dieser eigenen inneren Liebe?‘, will der Schöpfer leise neben ihr wissen. ‚Hm, wenn Mütter Raumvertrauen sind‘, sagt sie leise. ‚Hm‘, ist seine Antwort und er kann sich denken, was sie damit meint, auch wenn sie es bisher noch nicht so benannt hatten. Raumvertrauen, das geht tief in die Resonanz und dort lässt er es verweilen. Beim Abendessen ergeben sich verschiedene Gespräche über die Inselentdeckung heute, über Fragen zum Handel und auch über die Situation auf der Nachbarinsel. ‚Wenn ihr Unterstützung braucht, sag Bescheid Nilson, wir sind bereit dazusein mit unserem Wissen und Mannkraft‘, bietet Udin an. ‚Danke Udin‘, bedankt sich Nilson für das Angebot. ‚Was steht morgen an?‘, will Ida wissen. ‚Morgen‘, überlegt Nilson. ‚Ja, noch keinen Plan?‘, fragt Ida. ‚Doch‘, meldet sich die Forscherin und ergänzt: ‚Meine Eltern erwarten euch, Annabel und Leo‘. ‚Und wir haben auch schon was vereinbart‘ sagt die Piratin danach. ‚Gut, dann ist der morgige Tag auch schon gefüllt', meint  Nilson. ‚Dann können wir was zusammen machen‘, lädt der Schöpfer seine Eltern ein. ‚Gerne‘, nimmt Lea das Angebot an. ‚Nilson und Ida, ihr seid auch eingeladen‘, meint der Schöpfer. ‚Danke für das Angebot, doch ich glaube Zeit mit deinen Eltern zu verbringen geht vor‘, lächelt Ida ihn an. ‚Okay‘, nickt der Schöpfer. ‚Und wir?‘, will Hannes wissen. ‚Schule‘, antwortet die Schöpferin. ‚Och manno‘, seufzt Hannes und gähnt genüsslich. ‚Oh noch müde Hannes?‘, fragt die Schöpferin. ‚Ja, irgendwie müde‘, sinkt er zunehmend in seinen Stuhl. ‚Das sind auch sehr aufregende Tage‘, lächelt Freja ihn an. ‚Hm‘, nickt er ihr zu. ‚Ich bring dich morgen in die Schule‘, bietet die Schöpferin ihm an. ‚Gerne‘, lächelt er und meint dann: ‚Ich geh schlafen, gute Nacht.‘ ‚Gute Nacht Hannes‘, folgt nacheinander und zeitglich ein Echo im Raum. ‚Hihihi‘, steht Hannes auf und geht Richtung Flur. ‚Ich habe noch was zu lernen, bitte entschuldigt mich‘, steht auch Adele auf. ‚Gute Nacht Adele‘, folgt von der Gruppe. ‚Rosa, was ist mit dir?‘, will die Schöpferin wissen. ‚Ich bleibe noch etwas‘, teilt sie. Die Schöpferin lächelt sie warm liebevoll an und Rosa erwidert es. Es überrascht sie etwas, dass Rosa noch bleiben möchte, da sie oft die Erste ist, die gehen möchte. Sie sitzt still und hört zu, was die Gruppe redet. Der Schöpferin fällt auf, wie präsent sie ist und das ist neu für Rosa, sie fühlt sich sehr wohl im gemeinsamen Raum. Raumvertrauen huscht der Schöpferin durch den Kopf. Die Wirkung ist spürbar. Dieser Raum lädt ein zu sein, wie man ist, ob müde, traurig, freudig oder einfach in sich ruhend, sie braucht nichts zu verstecken und das lässt sie bleiben. Faszinierend findet die Schöpferin. Der tiefe Raum dieser reifen Frauen hat Wirkung, sie hat ihn vorhin erfahren. Eine Dankbarkeit durchströmt sie, das erfahren zu dürfen. Raumvertrauen wird weitergegeben, von einer Generation zur nächsten. Dieses neu entfaltende Thema beginnt interessant zu werden. Was ist der Unterschied zu Vertrauen in einen Menschen? Es ist anders. Raumvertrauen trägt tiefer und ist reifer, es lässt Menschen darin in ihrer Integrität und Eigenverantwortung sein. Es lässt den Raum in sich frei sein und gerade deswegen ist es ein freiwilliges bleiben wollen. Raumvertrauen sind sichere Räume, menschliche sichere Räume. Rosa ist da sehr sensibel, was solche Räume angeht. ‚Rosa, ich möchte dir noch was zeigen die Tage, lass mich wissen, wann du Zeit hast‘, wendet sich Lea an Rosa, die entspannt freudig nickt. ‚Gut‘, nickt ihr Lea zu. ‚Ich bin auch müde‘, sagt die Schöpferin und sagt Rosa schonmal gute Nacht sowie den anderen. ‚Bleibst du noch etwas?‘, will Udin vom Schöpfer wissen. ‚Ja‘, spürt er, die Schöpferin braucht etwas Raum für sich. ‚Sehr schön‘, ist Udin sichtlich erfreut. ‚Ich folge der Schöpferin, es war ein sehr schöner Tag, doch ich bin noch etwas müde von der Anreise gestern‘, sagt Annabel und erhebt sich. Freja und Lea schließen sich kurze Zeit später an. ‚Was hält ihr davon eine Männerrunde in der Bibliothek?‘, hat Nilson die Idee. ‚Gut. Macht ihr das, ich sage der Küche Bescheid, dass sie abräumen kann‘, erhebt sich Ida und verlässt den Saal. Rosa steht ebenfalls auf und geht in ihr Zimmer, sie mag die Eltern des Fährtenlesers, guten Freundes und des Schöpfers. So viel Trubel hatte sie noch nicht in ihrem Leben und auch wenn es anfangs etwas überwältigend war, fühlt sie sich zunehmend wohler damit. Irgendwas an diesem Raum tut gut, doch sie kann es nicht benennen, was es ist. 

 

Wenn viel in Bewegung ist

Der Schöpfer ist nicht wirklich geistig anwesend in der Bibliothek, dieses Thema, dass er im inneren Verweilen präsent hat, drückt massiv. ‚Ihr entschuldigt mich, ich bin auch müde‘, sagt er plötzlich in die Männerrunde. ‚Ja klar, gute Nacht‘, sagt Nilson sofort. ‚Gute Nacht mein Junge‘, lächelt ihn sein Vater wissend an. Udin merkt vieles, auch wenn er es nicht sofort ausdrückt. Durch Lea hat er mittlerweile eine tiefe Wahrnehmung und es freut ihn, dass sein Sohn schon viel früher wie er, diesen Weg zusammen mit der Schöpferin geht. Der Weg ist wertvoll, wenn auch teils sehr fordernd.  Intuitiv spürt er, dieser Weg ist im Raum zwischen dem Schöpfer und der Schöpferin schon sehr tragend. ‚Bis morgen‘, lächelt der Schöpfer alle in der Runde an und ein Gute Nacht echot durch die Bibliothek. Auf dem Weg zum Zimmer spürt er bewusst in seinen Körper, der lässt sich nicht länger aufschieben, er möchte gesehen werden. Eine Spannung in seinem Brustbereich ist vorhanden, die zwar präsent ist, jedoch nicht sehr unangenehm. Seine Schulterblätter fühlen sich angespannt an und er richtet sich bewusst auf beim Laufen. Etwas besser, die Aufrichtung seines Brustkorbes nimmt auch dort diese Spannung. Tief ausatmend nimmt er zwei Stufen auf einmal. Eine Wärme beginnt sich von seinem Herzraum auszubreiten. Ein zweites tiefes Ausatmen folgt vor der Zimmertür. Er öffnet sie behutsam, um die Schöpferin nicht zu wecken, falls sie schon schläft. Es ist dunkel im Zimmer und er bewegt sich vorsichtig weiter. Die Verlangsamung seiner Bewegungen wirken auf seinen Körper, ohne dass er es bewusst beabsichtig hatte. Im Bad schließt er leise die Tür und schaltet das Licht an. Ruhig gelassen und weit fühlt es sich in ihm an. Intuitiv legt er seine Hand auf seinen Herzbereich, schließt die Augen und spürt was ist. Da ist eine Kraft in seinem Herzen die gesehen werden möchte, ganz. Sie hat ein lebendiges guttuendes warmes Pulsieren, das sich zunehmend in Wellen ausbreitet, bis sie plötzlich innehält oder besser zum Halten gebracht wird. ‚Hm‘, sagt er zu sich selbst, denn er spürt, da ist was im Weg. Da er es aus dieser Perspektive nicht erkennen kann, wenn er so im Fokus seines Herzens ist, macht er innerlich einen Fokusshift und betrachtet es von außen. Da ist tatsächlich eine jetzt erst sichtbare Barriere. Sie ist durchsichtig und wäre nicht erkennbar, wenn diese Herzkraft sich nicht ausgebreitet hätte. Der Schöpfer spürt, sie hat einen berechtigten Grund, warum sie dort ist. Etwas in ihm, beginnt sich zu wundern und er bittet seinen Körper ihm zu helfen herauszufinden, was diese Barriere ist. Ein Schmerz schießt ein und er holt tief Luft, das kam unvorbereitet und er spürt welche Power dieser hat. ‚Wow!‘, sagt er leise und sehr erstaunt. Gleichzeitig kommt diese Kraft des Herzens in die Präsenz und umhüllt diesen Schmerz. Er wird weniger scharf und schmerzhaft und nimmt diese Wärme des Herzens an. Der Schmerz der Verbindung huscht ihm durch das Sein. ‚Schmerz der Verbindung, wow!‘, wiederholt er leise für sich. Ihm kommen viele Momente, wo es kein Raumvertrauen gab, so wie sie es heute benannt haben, es war pures Drehen um den anderen Menschen, pures fokussiert sein, um ihn glücklich zu machen und die launischen Phasen haben tief getroffen. Er ist mit den aufkommenden Momenten und er spürt, wie die Wucht mit jeder Erinnerung, die in die Präsenz kommt, genommen wird, bis nur noch innerliche freie guttuende warme Weite da ist. ‚Wow!‘, sagt er erneut sichtlich berührt von diesem Prozess, der so sanft in ihm selbst getragen war. Hatte er das bisher schonmal? Eindeutig nein. Tief ausatmend verweilt er etwas in dieser freien weiten Wärme, die sich nun ohne Barriere ausbreitet, sie wandert langsam über seine Körpergrenze hinaus und bildet etwa einen Meter von ihm eine leuchtend warme Hülle voller Liebe und Geborgenheit. Seine eigene innere Liebe hat nachgezogen, die Schöpferin hat den Impuls aus ihrem Embodiment gesetzt und sein Körper hat darauf geantwortet oder besser seine eigene innere Liebe. Was für ein berührender Prozess und er hat eine leise Ahnung es hat was mit diesem Raumvertrauen zu tun. Es ist nicht mehr ein Kreisen um einen Menschen. Sie sind beide selbstverantwortlich für ihr Sein und dass lässt sich die Schöpferin auch um keinen Preis nehmen. Ihre Integrität ist mittlerweile tief gereift, dadurch kann dieses Raumvertrauen erst entstehen und macht diesen gemeinsamen Raum so stabil, dass sich solche alten Muster zeigen können, ohne dass es dem Raum seine Kraft nimmt. Er versteht tief, sie wäre dagewesen, wenn er es gebraucht hätte. Nicht um ihn kreisend, sondern ihre Präsenz hätte den Raum geweitet und gefüllt aus ihrer Liebe mit dem, was es gebraucht hätte. Das entlastet und es schenkt Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten für sich innerlich Dinge zu wandeln, unabhängig wie lange es braucht. Das ist geborgene getragene Freiheit in einer bewusst gewählten Verbindung. Es ist die Freude der Verbindung. Freude der Verbindung, wie wunderschön. Dieses Raumvertrauen hat die Tür geöffnet den Schmerz der Verbindung zu wandeln, einfach so, aus sich, zu seiner eigenen Zeit. Sichtlich zufrieden und auch sehr müde macht er sich bereit zum Schlafen. Er ist gespannt, welche embodied Resonanz die Schöpferin morgen präsentieren wird. Ihr Körper und ihre feine Wahrnehmung werden das sofort spüren. Ein verschmitztes Schmunzeln huscht über sein Gesicht. Was ein Geschenk des Lebens, diesen Weg gehen zu dürfen, geführt aus ihrer beiden Integrität, basierend auf ihrer Eigen- und Selbstverantwortung. Würdevolles Weg gehen, getragen geborgen in seiner eigenen Liebe. In diesem innerlich warm umhüllten Sein legt er sich schlafen, die Schöpferin liegt friedlich ruhig neben ihm und atmet gleichmäßig tief. Er rückt an ihren Rücken und umarmt sie, so schläft auch er ein. 

 

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